Aufholjagd
Kabinen-Knall beim ÖFB! Rangnick rüttelte ÖFB-Stars wach
Zur Halbzeit sah es für Österreich in Dublin düster aus. Das ÖFB-Team lag gegen Irland 0:2 zurück, kam kaum in die Zweikämpfe und ließ jene Intensität vermissen, die das Spiel unter Ralf Rangnick normalerweise auszeichnet. In der Kabine sprach der Teamchef Klartext – und seine Spieler reagierten.
"Er hat gesagt, dass es mit dieser Intensität nicht geht und dass wir ein anderes Gesicht zeigen müssen", verriet Philipp Lienhart nach dem 2:2 in der Nations League. "Das haben wir ja selber erkannt. Wichtig war, dass wir den Schalter dann umlegen konnten."
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Lienhart: "Wir waren einfach nicht da"
Der Freiburg-Verteidiger nahm die schwache erste Hälfte schonungslos auseinander.
"Wir waren einfach nicht da. Wir waren nicht präsent genug in den Zweikämpfen. Wir haben einfach nicht genug Sprints gemacht."
Überhaupt habe vor der Pause "ganz vieles nicht gestimmt". Lienhart: "Im Anlaufen haben wir das Gefühl gehabt, wir waren einen Schritt zu spät. Wir waren nicht genau genug, nicht zielstrebig genug. Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen. Es war nicht genug Intensität drin."
Besonders beim ersten Gegentor übte der Innenverteidiger Selbstkritik. "Wir waren drei gegen einen und kriegen trotzdem das Tor. Das war schlecht, schlecht von mir."
Nach der Pause zeigte Österreich dann ein völlig anderes Gesicht. Die frischen Kräfte von der Bank brachten neue Energie, Alexander Prass und Michael Gregoritsch sorgten noch für den Ausgleich.
Posch feiert "Charakterleistung"
Stefan Posch sprach danach von einer "Charakterleistung". Für den Steirer fühlte sich das Remis angesichts des Spielverlaufs wie ein gewonnener Punkt an.
"Nach der ersten Hälfte auf jeden Fall", sagte der Mainz-Profi.
Für Posch war die Aufholjagd auch ein Beleg für die Qualität des gesamten Kaders. "Wir haben gezeigt, dass wir in der Breite sehr gut aufgestellt sind. Das unterscheidet eine sehr gute Mannschaft von einer guten Mannschaft."
Auch den personellen Umbruch nach der WM sieht Posch bislang positiv. "Man hat in den ersten drei Spielen gesehen, dass Energie da ist und die Jungs, die nachkommen oder auch schon dabei waren, Bock und Energie haben."
Lienhart sah in der Schlussphase sogar noch die Chance auf mehr. "Wenn wir am Ende das Spiel noch gewinnen, kann sich keiner aufregen", meinte der Freiburg-Legionär.
Trotzdem wollte er die schwache erste Hälfte nicht schönreden. "Die erste Hälfte, vor allem die ersten paar Minuten, das war nicht gut. Das ist nicht so, wie wir auftreten wollen, das müssen wir auf jeden Fall analysieren."
Wiegele trotz starker Parade "nicht happy"
Auch Florian Wiegele konnte sich über das Comeback zunächst nur bedingt freuen. Der ÖFB-Goalie verhinderte kurz nach Gregoritschs 2:2 mit einer starken Parade einen neuerlichen Rückstand.
Zufrieden war der Steirer dennoch nicht. "Ich habe zwei Tore gekriegt. Wenn ich ein Tor kriege, fühlt sich ein Match immer schlecht an."
Erst "in den nächsten Tagen oder Stunden" werde er sich wohl auch über die positiven Aspekte seiner Leistung freuen können.
Ob Wiegele auch am Sonntag gegen den Kosovo im Tor steht oder Alexander Schlager zurückkehrt, ist noch offen.
Fix ist dagegen, dass Österreich in Prishtina ein heißer Empfang erwartet. Posch rechnet mit einem "kleinen Hexenkessel".
"Auswärts wird das noch einmal eine andere Nummer. Wir haben schon in Wien gesehen, wenn du sie lässt, können sie schon zangeln. Sie haben Qualität."
Am Selbstvertrauen mangelt es nach der Reaktion von Dublin aber nicht. "Wenn wir noch einmal so eine Leistung wie in Wien abrufen, haben wir gute Chancen, zu gewinnen", sagte Posch.