Drei Wochen draußen

Kein Bett, kein Geld: 19-Jähriger macht die Wiesn zur Challenge

© Instagram
Kein Hotel, keine Wohnung und angeblich keinen Cent in der Tasche: Freddy Speck alias "Captain Shark" macht das Oktoberfest zu seiner ganz persönlichen Challenge. Fast drei Wochen lang will der 19-Jährige auf der Wiesn feiern und dabei nicht in einem Bett schlafen.
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Auf einer Bank im U-Bahnhof, in Spielplatztunneln oder auf einer Wiese – Speck sucht sich für die Nacht die ungewöhnlichsten Plätze. Eine Unterkunft von seinen Fans lehnt er bewusst ab.

Dabei bekommt der Influencer laut eigenen Angaben täglich zwischen 50 und 100 Angebote für einen Schlafplatz. Nur zum Duschen oder Zähneputzen gehe er gelegentlich in Wohnungen. "Nicht drinnen schlafen", fasst er seine Challenge im Gespräch mit FOCUS online zusammen.

Auf TikTok folgen ihm inzwischen fast 117.000 Menschen, auf Instagram sind es mehr als 88.000. Seine Community sei für ihn ein wichtiger Teil des Abenteuers.

"Die Gemeinschaft ist meine stärkste Kraft", sagt Speck über seine Fans.

Party statt Hotel

Während des Oktoberfests zeigt "Captain Shark" vor allem spontane Eskapaden aus den Bierzelten. Mal springt er anderen auf den Rücken, mal trägt er Menschen torkelnd durch das Festgelände. Nicht immer geht das ohne Sturz aus.

Für die Nacht sucht er anschließend abgelegene Plätze. Zu Beginn des Oktoberfests schlief er außerhalb des Geländes auf kaltem Steinboden – lediglich mit einer Rettungsdecke, die ihm geschenkt worden war.

"Das war schon frisch", erzählt er über die erste Nacht.

"Es ist Entertainment"

Seine Videos sorgen allerdings nicht nur für Begeisterung. Kritik, dass die Aktionen peinlich oder schamlos seien, nimmt Speck nach eigenen Angaben gelassen.

"Solange mir niemand aufs Maul haut", sagt er im Gespräch mit FOCUS online. Das sei allerdings bereits einmal passiert.

Gleichzeitig betont er, dass nicht alles in seinen Clips genau so ablaufe, wie es auf den ersten Blick scheint. "Man sollte sich nicht immer auf sein Auge verlassen – es ist Entertainment."

Ein Teil der Inhalte sei überspitzt, die eigentliche Challenge aber echt.

30 Euro am Tag auf dem Boden gefunden

Ganz ohne Geld scheint Speck während seiner Wiesn-Zeit allerdings nicht zu sein. Obwohl er nach eigenen Angaben mit null Euro angereist ist, findet er immer wieder Bargeld auf dem Boden.

"Ich habe richtig viel Geld auf dem Boden gefunden – mindestens 30 Euro am Tag. Es ist unglaublich, wie viel die Leute verlieren", erzählt er.

Auch von Fans bekomme er manchmal Geld zugesteckt. Außerdem würden ihm laut eigenen Angaben gelegentlich Wiesnbedienungen eine Maß spendieren.

Angefangen hat alles in Lloret de Mar

Seine ersten Erfahrungen mit solchen Abenteuern sammelte Speck bereits mit 17 Jahren. Damals reiste er gemeinsam mit einem Freund ohne Geld nach Lloret de Mar.

"Wir dachten, wir werden schon überleben", erzählt er.

Später folgten weitere Reisen, unter anderem nach Mallorca. Dabei merkte Speck, dass sich viele Menschen für seine ungewöhnlichen Abenteuer interessieren.

Er wolle nicht einfach einen klassischen Bürojob von 9 bis 17 Uhr machen, sondern etwas anderes erleben und aus der Masse herausstechen.

Aus der Challenge wird ein Geschäftsmodell

Mittlerweile hat Speck seine Reichweite auch zu einem Geschäftsmodell ausgebaut. Die Oktoberfest-Videos selbst könne er allerdings kaum direkt monetarisieren, erklärt er.

Wegen des gezeigten Alkoholkonsums seien Werbekooperationen auf TikTok und Instagram schwierig. Für ihn seien die Wiesn-Clips deshalb eher eine Art persönliches Videotagebuch.

Seine Reichweite nutzt er trotzdem: Gemeinsam mit DJ "Flowa" beziehungsweise Florian Walter bringt er seine Fans in Diskotheken und hilft dabei, die Locations zu füllen.

Reich werden wolle er mit der Wiesn-Challenge aber nicht. "Es ist eine Riesengaudi und ich will die Leute unterhalten", sagt Speck.