Stephan Helm kann mittlerweile als echter Überlebenskünstler bezeichnet werden.
Seit seiner Bestellung im Juli 2024 stand der Austria-Trainer in jeder Saison irgendwann im Kreuzfeuer, sein Ende wurde mehrfach herbeigeschrieben.
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Immer wieder bewies der Verein eine, auch stets proklamierte, Ruhe. Der 43-Jährige riss das Ruder herum und führte die Veilchen in ruhigere Gewässer.
Präsident vs. Sport-Abteilung
Und auch diesmal, in dieser historischen Schwächephase, betont der Verein Ruhe. Sieben Niederlagen in den ersten neun Runden gab es noch nie. Die drittwenigsten Tore (9) und die drittmeisten Gegentore (18) bedeuten den drittschlechtesten Platz: Rang zehn.
"Wir bekommen zu viele Tore und belohnen uns nicht für den Aufwand", war die Erklärung von Helm selbst und bezeichnete die Ried-Partie als "Sinnbild". Er sehe aber "keine Mannschaft, die auseinanderfällt".
Die Fans und auch einflussreichere Personen sehen das anders. Denn laut "Kurier" drängt Präsident Kurt Gollowitzer auf ein Ende, entgegen Sportvorstand Tomas Zorn, der seinem Trainer den Rücken stärkt.
Geht Max Uhlig den Helm-Weg?
Die Krux bei der Austria ist, wie so oft in den letzten Jahren, das Geld. Zwei Trainer kann und will sich der Verein nicht leisten, dank der Verlängerung von Helm bis 2028 wird eine Freistellung also herausgezögert.
Die Verfügbarkeit von Thorsten Fink, unter dem Helm bei der Austria und den Grasshoppers Zürich Videoanalyst war, oder die guten Leistungen von Max Uhlig bei den Young Violets machen die Situation nicht einfacher.
Auch Helm wurde einst vom Austria-Jugendteam befördert, Uhlig führte die Young Violets in der aktuellen 2.Liga-Saison auf Rang drei. Sollte der Platz in der Kampfmannschaft frei werden, wäre der 33-Jährige zumindest bis Saisonende eine naheliegende (weil auch billigere) Wahl.
Keine Herbst-Entlassungen in Violett
Dem Vernehmen nach bekommt der aktuelle Coach zumindest bis zur nächsten Länderspielpause Mitte November. In der Vergangenheit sah der Verein aber von Rauswürfen im Herbst ab.
Das letzte Mal passierte das am 23. Oktober 2006 bei Frenkie Schinkels. Nur Karl Daxbacher (Dezember 2011) und Manfred Schmid (Dezember 2022) verloren seitdem vor dem Jahreswechsel ihre Jobs.
Wie lange geht das noch gut?
Stephan Helm darf, oder viel eher muss, also erneut sein Krisenmanagement und seine Überlebenskünste unter Beweis stellen.
Das beste Jahr spielte die Austria in Helms erster Saison, seitdem zeigt die mittel- bis langfristige Kurve eher nach unten, eine spielerische Weiterentwicklung sucht man vergebens – natürlich auch der hohen Spieler-Fluktuation aufgrund von finanziellem Verkaufsdrang geschuldet.
Dennoch wird sich die Austria-Führung selbst bei einem erfolgreichen Turnaround die Frage stellen müssen, ob sie auch das vierte Jahr in Folge eine Talfahrt bewältigen will.