Boote nach Europa
Keine Entwarnung: Tausende Migranten weiter in Ceuta
Obwohl die spanische Regierung erklärt hat, ein Großteil der Migranten sei inzwischen nach Marokko zurückgebracht worden, berichten regionale Behörden und Medien von einer anderen Situation. Demnach halten sich weiterhin Tausende Menschen in der nordafrikanischen Küstenenklave auf.
Ceutas Regionalpräsident Juan Jesús Vivas erklärte, von einer Rückkehr zur Normalität könne keine Rede sein. Auch der staatliche Sender RTVE sowie Mitarbeiter eines Aufnahmezentrums bestätigten gegenüber Reuters, dass sich noch zahlreiche Migranten in der Stadt befinden und eine Rückkehr nach Marokko ablehnen. Viele stammen aus Ländern West- und Ostafrikas wie Somalia, Sudan oder Nigeria und hoffen, von Ceuta aus auf das europäische Festland zu gelangen.
Ceuta gehört politisch zu Spanien und damit zur Europäischen Union, liegt jedoch an der nordafrikanischen Küste und grenzt direkt an Marokko. Die Exklave gilt seit Jahren als einer der wichtigsten Brennpunkte der irregulären Migration nach Europa. Immer wieder versuchen Menschen, die Grenzanlagen zu überwinden oder schwimmend die Küste zu erreichen.
Boote auf dem Weg nach Europa
Auch jetzt wagen zahlreiche Migranten die gefährliche Überfahrt über die Straße von Gibraltar. Spanische Sicherheitskräfte stoppten zuletzt mehrere Boote auf dem Weg zum Festland, dennoch gelang einigen Migranten offenbar die Anlandung an der Küste Andalusiens.
Als Reaktion verschärfen die Behörden die Sicherheitsmaßnahmen. An der Grenzanlage von Tarajal werden zusätzliche Schwimmbarrieren errichtet, um weitere Übertritte über das Meer zu verhindern.
Die humanitäre Lage bleibt derweil dramatisch. Nach offiziellen Angaben kamen bei dem Massenansturm mindestens 88 Menschen ums Leben, die meisten ertranken beim Versuch, Ceuta schwimmend zu erreichen. Berichten zufolge befinden sich noch immer Leichen im Wasser, während die Kapazitäten der örtlichen Leichenhalle bereits ausgeschöpft sind.