El Nino

Klimaphänomen treibt Weiße Haie ins Mittelmeer

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Im Herbst wird von Forschern ein starker El Nino erwartet - das sollte auch das Mittelmeer erwärmen und so auch für Weiße Haie immer mehr zur Heimat werden.
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Die Weltorganisation für Meteorologie rechnet zwischen August und Oktober mit einem starken El-Niño-Ereignis, das vor allem Südeuropa zusätzlich aufheizen dürfte.

Haie gehören bereits seit Millionen von Jahren zu den Bewohnern des Mittelmeers. Nach Angaben der Weltnaturschutzunion IUCN leben dort insgesamt 47 Haiarten, 38 Rochenarten und eine Chimärenart. Viele dieser Tiere sind stark bedroht, und Begegnungen mit Menschen kommen äußerst selten vor. Laut der griechischen Meeresschutzorganisation iSea sind die meisten Arten harmlos oder meiden den Menschen gezielt. Das gilt auch für Weiße Haie, deren wichtigste Lebensräume weit entfernt von klassischen Urlaubsstränden liegen. Nach Auswertungen von IUCN-Haiforschern befinden sich Fortpflanzungsgebiete unter anderem in der Straße von Sizilien sowie in der Edremit-Bucht in der nördlichen Ägäis.

Fehlende Daten zu Haien

Dass die Erwärmung des Wassers künftig zu einer stärkeren Ausbreitung von Haien führt, lässt sich derzeit nicht belegen. Ernesto Azzurro vom italienischen Nationalen Forschungsrat CNR-IRBIM erklärt dazu, dass Beobachtungen dieser Art so selten sind, dass die vorliegenden Daten für entsprechende Hypothesen nicht ausreichen. Es gebe somit nicht genügend Informationen über die genauen Auswirkungen des Klimawandels auf die Haie im Mittelmeer. Grundsätzlich sei aber davon auszugehen, dass alle Haiarten vom Klimawandel betroffen sein können, auch wenn ohne fundierte Daten keine konkreten Vorhersagen möglich sind.

Invasive Arten nehmen zu

Während Daten zu Haien fehlen, beobachten Forschende eine andere Entwicklung ganz deutlich: Immer mehr tropische Organismen breiten sich aus. Laut Azzurro ist das Mittelmeer mit mehr als tausend nachgewiesenen nicht heimischen Arten, von denen sich rund 800 dauerhaft etabliert haben, zu einem Hotspot für invasive Arten geworden. Sie profitieren vor allem von steigenden Wassertemperaturen und einem höheren Salzgehalt.

Im Fokus stehen dabei aktuell vier bestimmte Arten: Der Hasenkopf-Kugelfisch, der Rotfeuerfisch mit seinen 18 Giftstacheln sowie die zwei Kaninchenfische Siganus luridus und Siganus rivulatus. Der Hasenkopf-Kugelfisch tritt mittlerweile in fast allen griechischen Meeresregionen auf und breitet sich von der Ägäis bis nach Süditalien, Malta, in die Adria sowie vereinzelt nach Frankreich und Spanien aus. Auch der Rotfeuerfisch zieht weiter nach Westen, während Kaninchenfische flache Küstengewässer besiedeln.

Folgen für Mensch und Natur

In Italien macht die Kampagne "Vorsicht vor diesen 4!" auf die Tiere aufmerksam. In Griechenland, Zypern und der Türkei erhalten Berufsfischer für den Hasenkopf-Kugelfisch ein Kopfgeld. Die Art besitzt kräftige Zähne und enthält ein starkes Nervengift, das beim Kochen nicht zerstört wird. Zwischen 2004 und 2023 wurden im östlichen Mittelmeer 144 Vergiftungsfälle dokumentiert, bei denen 27 Menschen starben. Die griechische Meeresbiologin Panagiota Peristeraki betont jedoch, dass der Fisch Menschen normalerweise aus dem Weg geht und kein Grund zur Panik besteht. Bei einem Biss sollte die Stelle mit Wasser und Seife gereinigt und ein Arzt aufgesucht werden.

Ökologisch wiegt die Bedrohung schwerer. Azzurro sieht im Rotfeuerfisch die größte Gefahr für das Ökosystem, da er als effizienter Räuber heimische Fischbestände beeinträchtigt. Die Kaninchenfische wiederum schädigen durch starken Fraßdruck auf Algen die felsigen Meeresböden und können diese in karge Unterwasserwüsten verwandeln.