Schlechtere Jäger
Klimawandel lässt Tintenfisch-Gehirne schrumpfen
Seit Beginn der Industrialisierung haben die Weltmeere rund 25 bis 30 Prozent der menschlichen CO₂-Emissionen aufgenommen. In der Zeit ist der pH-Wert an der Wasseroberfläche von etwa 8,2 auf 8,1 gesunken. Dabei nahm die Wasserstoffionenkonzentration um rund ein Drittel zu.
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Wissenschafter der taiwanesischen Academia Sinica sorgen mit ihren Ergebnissen auf der Society for Experimental Biology Conference 2026 für Aufregung. Sie stellten fest, dass Kalmare, die in saurerem Wasser aufwachsen, ein deutlich kleineres Gehirn entwickeln.
Kleineres Gehirn
Laut "scinexx.de" wurden großflossige Riffkalmare in Aquarien mit unterschiedlichen pH-Werten aufgezogen. Ein Becken hat den derzeitigen pH-Wert. In einem anderen lag der Wert bei 7,8, dem prognostizierten Wert für das Jahr 2100.
Forscher Garett Allen erklärt: "Ich sah sofort, dass die Kalmare aus dem sauren Wasser nur halb so große Gehirne hatten. Das war eine echte Überraschung, so etwas hatte ich nicht erwartet." Die Körpergröße der Tiere blieb nahezu gleich. Dafür war das Hirnvolumen bei den Kalmaren aus saurerem Wasser um 49 Prozent geringer. Von der Abnahme ist vor allem das visuelle Zentrum betroffen. Dort nahm das Volumen um 62 Prozent ab.
Kleineres Gehirn verringert die Jagdbereitschaft
Die Folgen für die Kalmare sind gravierend. Frühere Studien zeigten schon, dass Tiere bei höherer CO₂-Konzentration 40 bis 65 Prozent seltener jagen und fressen als normal. Nun vermuten Forscher, dass die Kalmare durch das abgenommene Hirnvolumen visuelle Informationen schlechter verarbeiten können. Allen sagt: "Wir vermuten, dass die verminderte Fressbereitschaft mit einer Abnahme der Sehschärfe zusammenhängen könnte. Das liegt jedoch nicht an der Netzhaut ihrer Augen, die unverändert bleibt, sondern vermutlich am geschrumpften Sehlappen."
In weiteren Experimenten wollen die Forscher erfahren, in welcher Wachstumsphase die Veränderung auftreten. Durch die immer saurer werdenden Ozeane sind sehr wahrscheinlich noch mehr Meerestiere betroffen.