Tennis-Schock

Knie-Drama um Potapova beim US-Open-Aus

© USTA via Getty Images
7:5, 4:6, 3:6! Anastasia Potapova kämpfte im US-Open-Achtelfinale bis zum Matchball gegen Mirra Andrejewa (RUS-5) verzweifelt. Doch mit dem verletzten Knie ging nichts mehr.
Zur Vollversion des Artikels

Sie hatte ihre Chancen gegen French-Open-Siegerin Andrejewa (19). Doch nach zweieinhalb Stunden musste sich Anastasia Potapova gegen die 19-jährige Russin geschlagen geben – mit einer im Finish zugezogenen bösen Knieverletzung

Drama im Louis Armstrong Stadium

Das Drama im Louis Armstrong Stadium im Zeitraffer: Potapova nahm ihrer favorisierten Konkurrentin den ersten Aufschlag ab, ging 2:0 in Führung, kassierte aber prompt das Rebreak. Trotzdem gewann sie den 1. Satz mit 7:5, was sie mit einem Freudenschrei goutierte.

Im 2. Satz lag Potapova schnell 0:2 zurück, holte aber zum 2:2 auf, ehe sie dann doch mit 4:6 verlor.

Der Schock im Finish: Bei 7:5, 4:6 und 3:5 spürt Potapova bei einem langen Schritt einen Stich in der Kniekehle. Sie lässt sich behandeln. Kältespray, Bandage. Potapova humpelt noch einmal auf den Platz. Aber es geht nichts mehr. Trost für die Neo-Österreicherin kommt von Siegerin Andrejewa ("So willst du nicht gewinnen"): "Sie ist eine Heldin! Sie wird wieder zurückkommen - hoffentlich noch stärker!"

Sieg über Anisimova als Highlight

Mit dem Drittrunden-Sieg über US-Lokalmatadorin Amanda Anisimova, der Nummer 10 des Turniers, hatte Potapova für eine der größten Überraschungen der ersten US-Open-Woche gesorgt.

Der US-Open-Achtelfinaleinzug brachte Potapova (WTA-25) immerhin 480.000 Dollar Preisgeld, außerdem kommt sie ihrer besten Weltranglisten-Platzierung wieder einen Schritt näher. Im Juni 2023 – damals noch Russin – war die gebürtige Russin Nr. 21 der Welt, ein Ranking, das sie noch heuer unterbieten will, um langfristig die Top 10 zu knacken. Ein Ziel, das Sky-Experte Günter Bresnik nicht für utopisch hält: "Weil im Damentennis sehr viel möglich ist."

Tatsächlich hatte Bresnik einen nicht unwesentlichen Beitrag dafür geleistet, dass Potapova seit heuer für Österreich spielt. "Sie hat eine Zeitlang bei mir in der Südstadt trainiert (mit ihrem von Bresnik betreuten inzwischen Ex-Ehemann Aleksandr Schewtschenko, d. Red), und ich hab ihr bei der Einbürgerung geholfen", so der frühere Trainer von Dominik Thiem, der allerdings erklärt, dass "Potapova für mich keine Österreicherin ist." Weil sie als Tennisspielerin in Russland großgeworden ist. Dort sah man ihren Nationenwechsel durchaus kritisch. "Gute Reise", meinte etwa Ex-Profi Jewgenij Kafelnikow in seiner Funktion als russischer Verbands-Vize.

Nichtsdestotrotz will die 25-Jährige mit Österreich-Pass neu durchstarten. Den ersten Schritt hat die als WTA-Nr. 50 in die Saison gestartete im April beim WTA-Turnier in Linz gemacht. Beim größten heimischen Damentennis-Event musste sie sich erst im Finale der ihrer ehemaligen Russland-Landsfrau Mirra Andrejewa mit 6:1, 4:6, 3:6 geschlagen geben. Bei den US Open hoffte sie auf Revanche - daraus wurde leider nichts.