"Wenn es hält"
Konjunktur: Iran-Deal macht Wifo-Chef Hoffnung
Ob das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran tatsächlich hält, müsse sich erst zeigen. Aber "wenn nicht am Freitag eine Enttäuschung kommt, sind das Dinge, die uns konjunkturell und bei der Inflationsbekämpfung sehr helfen würden", sagte Wifo-Chef Gabriel Felbermayr im Ö1-"Mittagsjournal". Sehr rasch sollte man den Effekt aber nicht erwarten.
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Der Preis für die Rohölsorte Brent sei von über 100 auf rund 83 Dollar je Fass gefallen, "das übersetzt sich mit ein bisschen Zeitverzögerung schon auf die Preise an den österreichischen Zapfsäulen". Die Entlastung beim Gaspreis werden die Österreicherinnen und Österreicher überhaupt erst im Winter beim Heizen merken, die Industrie allerdings viel schneller. Erst müssten sich Logistikketten "neu ordnen", die Tanker müssten erst wieder in den richtigen Rhythmus kommen.
Druck auf Preise sollte nachlassen
Für das Gesamtjahr gehe er aber schon davon aus, dass "der Druck auf die Preise nachlässt, also die Inflationsrate zumindest nicht weiter steigen wird". Sollten sich die Ölpreise so entwickeln, wie derzeit von den Ölmärkten vorhergesagt, sei eine Jahresinflation von im Schnitt "um die drei Prozent" möglich - aber nicht darüber, wie es in den letzten Analysen der Fall gewesen wäre.
Einen irreversiblen Schaden beziehungsweise eine "Katastrophe" sieht Felbermayr durch die monatelange Blockade nicht. Er vertraue darauf, dass die Märkte mit den nun zur Verfügung stehenden knapperen Mengen umgehen können. Katastrophenszenarien seien nun viel weniger wahrscheinlich als bei einer Fortsetzung der Blockade. "Die Anzeichen sind positiv, wir sollten uns diese gute Nachricht, die ein Friedensschluss am Golf darstellt, nicht schlecht reden lassen."
Wahrscheinlichkeit für haltendes Doppelbudget gestiegen
Dadurch sei auch die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass das Doppelbudget der Regierungskoalition hält, sagte der Wifo-Chef. Die Prognose vom April sei davon ausgegangen, dass sich der Energiemarkt im zweiten Halbjahr stabilisiert, und das scheine jetzt etwas realistischer als noch vor kurzem. Es bleibe aber "sehr unsicher", ob das Ziel eines Defizits unter drei Prozent erreicht wird. Denn das hänge nicht davon ab, ob das Wachstum 0,8, 0,9 oder 1,0 Prozent beträgt. "Es bleibt die Sorge, dass das mit dem Budget sehr, sehr knapp wird".
"Ölkonzerne dürfen sich kein Körberlgeld einstecken", reagierte SPÖ-Energiesprecher Alois Schroll in einer Aussendung auf die Ölpreisrückgänge. Die Spritpreisbremse würde Raffinerien und Tankstellen verpflichten, die gesunkenen Großhandelspreise sofort an die Endkunden weiterzugeben.