Wirbel um TV-Test
Kritik an RTL wegen Einsatz von KI bei Kult-Gerichtsshow
Ab Montag um 15.55 Uhr strahlt RTL fünf neue Episoden der Serie "Ulrich Wetzel – Das Strafgericht" aus. Die Sendung lief bereits von 2002 bis 2008 und ist seit 2022 wieder im Programm. Für den aktuellen Praxistest wurden bestehende Folgen nicht auf herkömmliche Weise gedreht, sondern mithilfe von Bildbearbeitung, Sprachsynthese und Lipsync grundlegend verändert. In Zusammenarbeit mit Constantin Entertainment wurden Charaktere ausgetauscht und Handlungsverläufe angepasst. So wurde etwa aus einer freigesprochenen Angeklagten eine verurteilte Täterin oder aus Mutter und Sohn wurden Geschwister, wie "heise online" berichtete. Zudem wurden Geständnisse ergänzt oder Geschlechter getauscht. Laut den Verantwortlichen ist das Ergebnis vielversprechend. Bis 2030 will der Konzern mehr als 150 Millionen Euro durch Künstliche Intelligenz erwirtschaften.
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Kritik der Schauspielgewerkschaft an RTL
Der Einsatz der Technologie stößt bei der Schauspielgewerkschaft BFFS auf deutlichen Widerstand. Die Organisation meldete sich dazu auf Instagram zu Wort und betonte: "Was hier als technischer Praxistest präsentiert wird, berührt den Kern des Schauspielberufs: die eigenständige, menschliche und künstlerische Darbietung." Der BFFS wolle nicht tatenlos zuschauen, wie KI Schauspielerinnen und Schauspieler aus dem kreativen Prozess und der wirtschaftlichen Teilhabe verdrängt.
Gewerkschaft fordert Transparenz von RTL
In einem Schreiben wandte sich der BFFS mit konkreten Forderungen direkt an den Sender und berichtete auf Instagram darüber. Im Mittelpunkt steht dabei die Transparenz. "Wir erwarten von RTL eine vollständige und transparente Darlegung zum Einsatz der KI, zur Nutzung schauspielerischer Leistungen und Daten, zu Rechten, Einwilligung, Vergütung und Schutzmechanismen sowie zur Kennzeichnung gegenüber den Zuschauer:innen", heißt es in der Caption.