LASK - LIverpool

Kühbauers Masterplan: So will LASK die Krisen-Reds knacken

© Getty Images, Gepa Pictures
Liverpool taumelt, auch die Verletztenliste wird länger. Im Champions League-Kracher (18.45 Uhr, live auf Canal+) will Kühbauer mit dem LASK die Schwächen des englischen Giganten nutzen.
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Ausgerechnet vor dem Millionen-Duell zeigen die Reds Schwächen. Der FC Liverpool reist nach dem 0:3 gegen Manchester City mit verletzten Stars, einer verunsicherten Offensive und heftiger Kritik aus England zum LASK. Trainer Dietmar Kühbauer hat allerdings selbst erhebliche Personalprobleme. Doch eine Zahl macht den Linzern Hoffnung: Von ihren vergangenen 16 Europacup-Heimspielen verloren sie nur zwei.

Am Mittwoch (18.45 Uhr, live bei CANAL+ und im Sport24-Liveticker) wartet einer der prominentesten Gegner der Vereinsgeschichte. Und einer, der derzeit längst nicht so souverän auftritt, wie es sein Name vermuten lässt.

Heimfestung als Trumpf gegen Liverpool

Sieben Siege, sieben Unentschieden, nur zwei Niederlagen: Die internationale Heimbilanz der Linzer ist bemerkenswert. Dass der LASK auch scheinbar übermächtige Gegner ins Wanken bringen kann, bewies die Mannschaft erst im August.

Nach einem 0:3 bei Celtic Glasgow schafften die Oberösterreicher im Rückspiel ein spektakuläres 5:1 nach Verlängerung. Samuel Adeniran traf zweimal und hatte großen Anteil am erstmaligen Einzug in die Champions-League-Ligaphase.

Der Stürmer ist nach seinem Jochbeinbruch wieder einsatzfähig und damit eine zusätzliche Option für Kühbauer.

Zu dessen bewährtem Repertoire gehört eine Dreierabwehr, die gegen den Ball zur Fünferkette werden kann. Gegen Liverpool könnte diese Variante helfen, die Räume vor dem eigenen Strafraum zu schließen und nach Ballgewinnen schnell umzuschalten. Ob Kühbauer tatsächlich darauf setzt, bleibt offen.

Denn die Heimstärke ist nur eine Seite der Geschichte. Seit vier Pflichtspielen wartet der LASK auf einen Sieg. Zuletzt setzte es im Bundesliga-Gipfel gegen Rapid eine 0:2-Niederlage. In der Gruppen- beziehungsweise Ligaphase europäischer Bewerbe sind die Linzer sogar seit neun Spielen sieglos.

Verletzungsschock erschwert Kühbauers Pläne

Die Arena in Linz ist bereit für den Königs-Kracher gegen Liverpool. © GEPA pictures/ Manuel Binder

Ausgerechnet die Rapid-Partie verschärfte die Personalsorgen.

George Bello erlitt eine Muskelverletzung und fällt gegen Liverpool aus. "Das wird am Mittwoch garantiert nicht gehen", stellte Kühbauer nach dem Spiel klar.

Auch Moses Usor steht nach seiner Schulterverletzung laut UEFA auf der Ausfallliste. Der Nigerianer musste gegen Rapid bereits zwölf Minuten nach seiner Einwechslung wieder vom Platz.

Damit fehlen den Linzern wichtige Optionen auf den Außenbahnen und im Angriff.

Immerhin konnte Kapitän Sascha Horvath trotz vorangegangener Beschwerden gegen Rapid die gesamte Partie absolvieren. Im Angriff stehen mit Adeniran und Sasa Kalajdzic unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung.

Kühbauer muss somit nicht nur einen übermächtigen Gegner bremsen, sondern gleichzeitig die eigene Mannschaft auf mehreren Positionen neu organisieren.

Auch Liverpools Millionen-Offensive wackelt

Die Personalsorgen beschränken sich allerdings nicht auf den LASK.

Liverpool muss auf Hugo Ekitiké verzichten. Alexander Isak und Cody Gakpo sind angeschlagen, auch Ex-Salzburger Dominik Szoboszlai ist fraglich.

Dazu kommt die wachsende Kritik an Florian Wirtz. Nach dem 0:3 gegen Manchester City fordert Liverpool-Legende Jamie Carragher, den für umgerechnet rund 134 Millionen Euro verpflichteten Deutschen aus der Startelf zu nehmen. Ob Trainer Andoni Iraola tatsächlich Konsequenzen zieht, ist offen.

Die jüngsten Ergebnisse haben jedenfalls Spuren hinterlassen. Liverpool gewann erst zwei seiner sechs Premier-League-Partien. Beim Heimdebakel gegen City offenbarte die Mannschaft vor allem nach dem Platzverweis gegen Ryan Gravenberch erhebliche Probleme.

Für den LASK könnte das die Gelegenheit sein, einen Favoriten zu fordern, der selbst dringend ein Erfolgserlebnis benötigt.

19 Siege in 22 Spielen: Liverpools andere Seite

Doch Vorsicht vor den Krisen-Reds! International sind die Engländer eine andere Macht. Liverpool gewann 19 seiner vergangenen 22 Champions-League-Spiele der Gruppen- beziehungsweise Ligaphase.

Noch außergewöhnlicher ist eine zweite Zahl: Seit 82 Spielen dieser Wettbewerbsphase gab es bei Liverpool kein einziges 0:0. Das letzte torlose Remis stammt aus dem Jahr 2006 gegen PSV Eindhoven.

Auch der direkte Vergleich spricht klar gegen die Linzer. In der Europa League 2023 gewann Liverpool beim LASK mit 3:1 und an der Anfield Road mit 4:0.

Ein besonderer Gefahrenherd könnte erneut Dominik Szoboszlai (Oberschenkelverhärtung) werden, sofern der Ungar rechtzeitig fit wird. Der frühere Salzburger gewann vier seiner fünf Duelle mit dem LASK und war allein in seinen ersten drei Begegnungen an sechs Treffern beteiligt.

Gegen englische Vereine ist der LASK bislang überhaupt noch sieglos. In sechs Begegnungen reichte es lediglich zu einem Remis bei fünf Niederlagen.