Preischeck

Kultureuro macht Opernabend 33 Euro teurer

© APA/ROLAND SCHLAGER
Die Stadt plant eine neue Kulturabgabe von bis zu 12,5 Prozent auf Tickets. Für Oper, Kino oder Mega-Konzerte droht Besuchern jetzt ein heftiger Preisschock.
Zur Vollversion des Artikels

Was würde der geplante "Kultureuro" für einen Abend in Oper, Theater, Museum oder Kino bedeuten? Nach heftiger Kritik aus Institutionen wie Staatsoper und Belvedere sowie aus der Veranstaltungsbranche zeigt ein Preischeck, wie sich der kolportierte Aufschlag von 12,5 Prozent auf aktuelle Eintrittspreise auswirken würde. Bei günstigen Angeboten geht es um wenige Euro, bei teuren Opern- und Konzertkarten schnell um zweistellige Beträge.

Tosca kratzt an 300-Euro-Marke

Besonders dramatisch schlägt die Steuerkeule bei den Flaggschiffen der Hochkultur ein. Für Puccinis Meisterwerk "Tosca" kostet in der Staatsoper ein Platz in der höchsten Kategorie derzeit 265 Euro. Mit einem Aufschlag von 12,5 Prozent würde eine Karte 298,13 Euro kosten (+33,13 Euro).

Für Johann Nestroys "Zu ebener Erde und erster Stock" im Burgtheater müssten Besucher ebenfalls mehr bezahlen. Die höchste Preiskategorie kostet derzeit 72 Euro. Mit der Abgabe wären es 81 Euro (+9 Euro).

Im Konzerthaus gastieren am 11. November Star-Geiger Augustin Hadelich und Pianist Seong-Jin Cho. Im Großen Saal stehen Werke von Brahms, Janáček, Amy Beach und Prokofjew auf dem Programm. Die teuerste Karte kostet derzeit 83 Euro. Bei einem Aufschlag wären 93,38 Euro fällig (+10,38 Euro).

Fast zehn Euro mehr für Nico Santos

Sänger Nico Santos während eines Konzertes beim Donauinselfest. © APA/FLORIAN WIESER

Auch Pop-Fans würden die 12,5 Prozent deutlich spüren. Nico Santos gastiert am 9. November mit seiner "POV: Arena Tour 2026" in der Halle D der Stadthalle. Die günstigsten Karten starten derzeit bei 79,90 Euro. Daraus würden 89,89 Euro (+9,99 Euro). Gerade bei internationalen Großshows hatten Veranstalter zuletzt vor den Folgen einer zusätzlichen Ticketabgabe gewarnt. Die Befürchtung ist, dass große Tourneen künftig wirtschaftlich attraktivere Städte bevorzugen und Konzerte dadurch nicht mehr in Wien stattfinden könnten. Gleichzeitig sieht die Branche Arbeitsplätze und hohe Wertschöpfung in Gefahr.

Klimt, Schiele und Picasso im Preischeck

Im Oberen Belvedere kostet der reguläre Eintritt derzeit 23 Euro. Dort hängt mit Gustav Klimts "Kuss" eines der bekanntesten Kunstwerke des Landes. Mit dem möglichen Aufschlag wären 25,88 Euro fällig (+2,88 Euro). In der Albertina würde ein Besuch ebenfalls teurer werden. Der reguläre Eintritt kostet derzeit 20,90 Euro. Zu sehen ist unter anderem die permanente Sammlung "Monet bis Picasso" mit Werken von Monet, Degas, Chagall und Picasso. Mit einem Aufschlag von 12,5 Prozent würde das Ticket 23,51 Euro kosten (+2,61 Euro).

© Leopold Museum, Wien | Vienna, F

Das Leopold Museum verlangt regulär 19 Euro. Das Haus ist vor allem für seine umfangreiche Egon-Schiele-Sammlung und die Präsentation "Wien 1900" bekannt. Mit der Abgabe würden daraus 21,38 Euro (+2,38 Euro). Im Naturhistorischen Museum und im Technischen Museum kostet der reguläre Eintritt derzeit jeweils 18 Euro. Mit 12,5 Prozent Aufschlag wären es 20,25 Euro (+2,25 Euro). Eine Sonderausstellung im Wien Museum kostet derzeit bis zu 12 Euro. Daraus würden 13,50 Euro (+1,50 Euro). Die Dauerausstellung am Karlsplatz bleibt kostenlos.

Kino-Aufschlag für Familien spürbar

Selbst beim Kino würde sich der Aufschlag bemerkbar machen. Im Gartenbaukino kostet eine reguläre Karte derzeit 10,50 Euro. Mit 12,5 Prozent zusätzlich wären es 11,81 Euro (+1,31 Euro). Im Cineplexx Wien Auhof kostet ein Ticket für "Die Odyssee" derzeit 12,60 Euro. Mit dem möglichen Aufschlag würde der Preis auf 14,18 Euro steigen (+1,58 Euro). Bei einer vierköpfigen Familie und vier Tickets zu diesem Preis würden aus derzeit 50,40 Euro insgesamt 56,70 Euro werden (+6,30 Euro).