Anrainer genervt

Lärmblitzer sollen PS-Posern den Spaß verderben

© ÖVP Wien
Den Autoposern in der City soll das Leben schwerer gemacht werden. Innenminister Karner setzt auf verstärkte Polizeikontrollen, Bezirkschef Figl drängt auf den Einsatz von Lärmblitzern.
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Aufheulende Motoren, quietschende Reifen und Hupkonzerte bis spät in die Nacht. Trotz regelmäßiger Polizeikontrollen drehen Autoposer mit ihren PS-starken Luxusautos weiterhin ihre Runden durch die Innenstadt. Jetzt wollen Innenminister Gerhard Karner und City-Bezirksvorsteher Markus Figl (beide ÖVP) den Druck auf die Szene erhöhen.

Bei einem gemeinsamen Lokalaugenschein kündigen die beiden Politiker weitere Schwerpunktkontrollen an. Gleichzeitig fordert Figl die rasche Einführung von Lärmblitzer, mit denen besonders laute Fahrzeuge erfasst werden sollen. "Wer hier unterwegs ist, hat sich an unsere Regeln zu halten", stellt der Bezirksvorsteher klar.

Hunderte Anzeigen gegen Autoposer

Besonders betroffen sind die Rotenturmstraße sowie die Grätzl rund um den Hohen Markt und die Tuchlauben. Dort sorgen vor allem an den Wochenenden Lenker mit teils nur für wenige Tage gemieteten Luxusautos für schlaflose Nächte. Die Geduld vieler Bewohner ist längst erschöpft. Im Sommer haben Anrainer sogar mehrmals Straßenblockaden organisiert, um gegen die nächtlichen Autokorsos zu protestieren.

Auch die Polizei geht seit Monaten verstärkt gegen die Szene vor. Bei den Planquadraten werden unter anderem Geschwindigkeitsübertretungen, unerlaubte Fahrzeugumbauten und unnötige Lärmbelästigungen geahndet. Allein zwischen April und September sind bei den Schwerpunktaktionen 495 Anzeigen und 277 Organmandate zusammengekommen. Eine nachhaltige Entlastung für die Anrainer ist dennoch ausgeblieben.

Innenminister Karner kündigt deshalb an, den Kontrolldruck aufrechtzuerhalten. Dabei sollen neben regulären Polizeistreifen auch zivile Fahrzeuge zum Einsatz kommen. "Nicht nur Raser, sondern auch Autofahrer, die andere Menschen durch mutwillige Lärmbelästigungen stören, müssen aus dem Verkehr gezogen werden", so Karner.

Stadt soll Lärmblitzer ermöglichen

Für Figl reichen Polizeikontrollen allein nicht aus. Er nimmt deshalb die Stadtregierung in die Pflicht. "Die Stadt Wien muss die notwendigen Schritte setzen, damit Lärmblitzer zum Einsatz kommen", fordert der Bezirkschef.

Die Geräte sollen übermäßig laute Fahrzeuge mithilfe von Geräuschmessungen sowie Bildaufnahmen identifizieren. Im Regierungsprogramm von SPÖ und Neos ist eine Prüfung solcher Lärmblitzer bereits vorgesehen. Laut dem Umsetzungsbericht der Stadt vom 1. Oktober befindet sich das Vorhaben allerdings noch in Planung. Ein Hindernis ist die fehlende bundesgesetzliche Grundlage für den Einsatz der Geräte.

Auch Nachtfahrverbot wird geprüft

Neben den Lärmblitzern steht eine weitere Maßnahme im Raum. Bereits im Sommer hat sich Figl für die Prüfung eines nächtlichen Fahrverbots beziehungsweise einer Zufahrtsbeschränkung ab 22 Uhr ausgesprochen. Ein entsprechender Antrag des Bezirks auf einen Probebetrieb wird derzeit von der zuständigen MA 46 geprüft. Auch eine Anrainerinitiative drängt auf ein Nachtfahrverbot mit Ausnahmen etwa für Bewohner, Taxis und Einsatzfahrzeuge.