Muntermacher
Laut Studie: Wenn Sie Ihren Kaffee SO trinken, könnte das Folgen haben
Für viele beginnt der Tag erst mit einer Tasse Kaffee aus dem Vollautomaten. Ob im Büro, im Krankenhaus oder zu Hause, die praktischen Geräte sind längst fester Bestandteil des Alltags. Doch genau diese Art der Kaffeezubereitung könnte Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Das legt zumindest eine aktuelle Studie aus Schweden nahe.
Forschende untersuchen Kaffee aus Vollautomaten
Wissenschaftler:innen der Universität Uppsala haben Kaffee aus 14 Vollautomaten untersucht, die in Aufenthaltsräumen von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen standen. Elf der Geräte waren klassische Vollautomaten, drei arbeiteten mit flüssigem Kaffeekonzentrat.
Das Ergebnis: Vor allem Kaffee aus den Brühautomaten enthielt vergleichsweise hohe Mengen der natürlichen Pflanzenstoffe Cafestol und Kahweol.
Warum diese Stoffe problematisch sein können
Cafestol und Kahweol gehören zu den sogenannten Diterpenen. Frühere Untersuchungen zeigen, dass sie den LDL-Cholesterinspiegel, das sogenannte "schlechte" Cholesterin, erhöhen können. Ein dauerhaft erhöhter LDL-Wert gilt als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nach Einschätzung der Forschenden könnte der Effekt bei regelmäßigem Konsum durchaus relevant sein, insbesondere für Menschen, die täglich mehrere Tassen Kaffee trinken.
Filterkaffee schneidet deutlich besser ab
Deutlich besser schnitt in der Untersuchung klassischer Filterkaffee ab. Er enthielt weniger als ein Hundertstel der gemessenen Diterpen-Mengen. Der Grund: Papierfilter halten einen Großteil der Stoffe zurück, bevor der Kaffee in die Tasse gelangt. Bei vielen Vollautomaten fehlt dieser Filterprozess, sodass Cafestol und Kahweol nahezu vollständig im Getränk verbleiben. Studienleiter David Iggman empfiehlt daher vor allem Vieltrinkern, häufiger zu Filterkaffee zu greifen. Der Einfluss des Automatenkaffees auf den Cholesterinspiegel entspreche ungefähr dem Effekt, als würde jeder Tasse Filterkaffee rund 60 Milliliter Sahne hinzugefügt.
Kein Grund zur Panik
Die Forschenden betonen jedoch, dass die Ergebnisse nicht überbewertet werden sollten. Die gemessenen Werte unterschieden sich teils deutlich von Automat zu Automat. Faktoren wie Reinigungsintervalle, Bauweise, Wassertemperatur oder Mahlgrad könnten dabei eine wichtige Rolle spielen. Außerdem gelten Cafestol und Kahweol nicht ausschließlich als problematisch. Andere Studien weisen darauf hin, dass die Stoffe auch entzündungshemmende Eigenschaften besitzen und möglicherweise sogar vor bestimmten Krebsarten schützen könnten.