Leiche in Erdkeller

Freundin mit Seil erdrosselt: Lebenslange Haft

© Viyana Manset Haber, privat
Der Mordprozess findet heute, Dienstag, vor dem Landesgericht in Korneuburg statt. Der Angeklagte schilderte in der Verhandlung die Tatnacht.
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Der angeklagte Stefan S. vor Gericht. © zVg.

Nach dem gewaltsamen Tod der 36-jährigen Joyce Samantha P. im Bezirk Mistelbach hat heute, Dienstag, der Mordprozess gegen ihren Lebensgefährten Stefan S. (47) stattgefunden. Er wurde zu einer lebenslangen Haft wegen Mordes verurteilt.  An die Mutter des Opfers muss der Angeklagte 30.000 Euro zahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Niederösterreicher habe am 5. Jänner in Wilfersdorf seine Partnerin mit einem Seil erdrosselt. Das Opfer starb an einer Atem- und Hirnlähmung.

Der Angeklagte gestand die Tat auch vor Gericht: "Ich bin absolut schuldig", sagt Stefan S., der bereits wegen Gewalt- und Suchtmitteldelikten vorbestraft ist, in der Verhandlung. Ob es sich um Mord oder Totschlag handle, hätte er nicht gewusst. Sicher ist er sich allerdings: "Ich liebe sie heute noch."

Der Angeklagte schildert die Tatnacht

Vor Gericht schilderte er auch die Tatnacht. "Sie beschimpfte mich, dann spürte ich einen Stoß an der Schulter", sagt der 47-Jährige. Als er sich umgedreht hätte, sei seine Partnerin mit weit aufgerissenen Augen und einem Messer in der Hand vor ihm gestanden.

Im Zuge der Auseinandersetzung hätte er ein Seil, das auf einer Tasche mit Sexspielzeug gelegen hatte, geholt. "Mir hat es die Sicherungen rausgehaut", schildert der Angeklagte weiter. Eigentlich hätte er das Opfer nur fesseln brauchen, aber er habe nicht nachgedacht. "Ich war so in einer Wut. Dann habe ich sie mit dem Knie (am Boden) fixiert, das Seil genommen und mit vollem Krafteinsatz zugezogen.

Lange hätte es nicht gedauert, der Hund wäre dabei gewesen und hätte nicht reagiert. Dann habe er die bereits tote Joyce Samantha P. umgedreht und rund eine Stunde später in den Keller geschleift. "Ich konnte ihren Anblick nicht mehr ertragen."

Die nächsten Tage wäre er ständig bei ihr gewesen, gemeinsam mit dem Hund. "Mir graust vor mir selber."

Acht Tage blieb die Leiche verborgen

Erst acht Tage später soll er einem Freund telefonisch die Tat gestanden haben. Dieser alarmierte die Polizei.

Bei der Einvernahme behauptete der Angeklagte, zuvor von seiner Partnerin mit einem Messer angegriffen worden zu sein. Tatsächlich wurden bei ihm zwei oberflächliche Stichverletzungen am Rücken festgestellt. An der Adresse hatte es bereits mehrfach Polizeieinsätze wegen häuslicher Gewalt gegeben.