HighTech
Leopoldsdorf wird zur Rechenzentrum-Hochburg
Der deutsche Entwickler NDC Garbe plant nur wenige Meter entfernt ein zweites Rechenzentrum. Bürgermeister Fritz Blasnek (ÖVP) bestätigt die Pläne im NÖN-Gespräch.
Während das CloudHQ-Vorhaben den Gemeinderat bereits einstimmig passiert hat, steht der Beschluss für das NDC-Projekt kurz bevor. Als Gegenleistung fließen neun Millionen Euro an die Gemeinde – für Kanalanschluss und ein Naherholungsgebiet.
Widerstand aus der Nachbarschaft
Nicht alle sind von der technologischen Aufrüstung begeistert. Im benachbarten Maria Lanzendorf formiert sich Widerstand: Die Grünen um Vizebürgermeister Christoph Lampert warnen vor Geheimniskrämerei und fordern Klarheit zu Lärm, Landschaftsbild und der Nutzung der entstehenden Abwärme. Eine Online-Petition sammelt bereits Unterschriften für mehr Bürgerbeteiligung.
Bürgermeister sieht leise Zukunft
Blasnek zeigt sich gelassen. Bei einem Lokalaugenschein in einem Frankfurter Rechenzentrum habe sich gezeigt, dass von außen kaum etwas zu hören sei – selbst im Inneren habe man sich ohne Kopfhörer noch gut verständigen können. Die Gebäudehöhe von 25 Metern bleibe jedenfalls fix. Bis 2. Oktober liegen die Projektunterlagen zur Einsicht bei der BH-Außenstelle Schwechat auf.
In Kronstorf in Oberösterreich tobt bereits ein heftiger Streit um ein geplantes Google-Datacenter, und auch in Nikitsch im Burgenland sorgen ähnliche Pläne für spürbaren Gegenwind.
Konkret verlangen die Kritiker eine niedrigere Bauhöhe als die geplanten 25 Meter, um das Landschaftsbild zu schonen. Für Leopoldsdorfs Bürgermeister Fritz Blasnek ist das jedoch keine Option: Im NÖN-Gespräch macht er unmissverständlich klar, dass diese Höhe – zumindest beim US-Projekt – feststeht.