Deutliche Kritik

"Liegt falsch": Peter Thiel rechnet mit der AfD ab

© Getty Images for The Cambridge U
Peter Thiel, einer der bekanntesten aus Deutschland stammenden Unternehmer, hat die außenpolitischen Positionen der AfD ungewöhnlich deutlich kritisiert.
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Im Gespräch mit Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner sagte der 58-Jährige, die Partei liege bei den Themen Ukraine, China und Israel jeweils falsch. "Ich denke, dass man über die Ukraine vernünftig diskutieren kann, ebenso über China und über Israel", sagte Thiel. "Gleichzeitig glaube ich aber, dass die AfD bei allen drei Themen falsch liegt. Und man kann nicht bei allen dreien falschliegen."

Versagen der politischen Mitte

Thiel äußerte sich bei "MD MEETS" zu den großen politischen und wirtschaftlichen Fragen der Gegenwart. Seine Aussagen zur AfD sind auch deshalb bemerkenswert, weil der Unternehmer politisch keineswegs dem klassischen deutschen Parteienspektrum zugerechnet wird. Thiel unterstützte früh Donald Trump und gilt als wichtiger Förderer von Trumps Vizepräsidenten JD Vance.

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Thiel äußerte sich im Podcast  auch zu den Gründen für den Erfolg der AfD und anderer Parteien außerhalb der politischen Mitte. Er sieht ein Versagen der etablierten Parteien: "Es spiegelt das Versagen der Parteien der Mitte wider, eine wirtschaftliche Zukunft für Deutschland zu entwickeln, die für die ganze Gesellschaft funktioniert."

Als wichtige Probleme nannte Thiel hohe Mieten und fehlenden Wohnraum. Gerade junge Menschen hätten dadurch Schwierigkeiten, wirtschaftlich voranzukommen. Deutschland und Europa seien deshalb "Gerontokratien – Gesellschaften, die für ältere Menschen funktionieren."

Sorge vor einer KI-Bremse

Auch Künstliche Intelligenz war ein großes Thema. Thiel hält KI für potenziell bedeutender als das Internet und warnt vor einer einseitigen Regulierung: "Es besteht die Gefahr, dass die Entwicklung im Westen gebremst wird, in China aber nicht."

Deutschlands wirtschaftliche Entwicklung sieht er ebenfalls kritisch. Die Fähigkeit, große neue Unternehmen aufzubauen, sei seit 1995 "weitgehend verloren gegangen".

Mit Blick auf die US-Politik kritisierte Thiel sowohl die erste als auch die zweite Trump-Regierung, bleibt aber Unterstützer von JD Vance. "Ich bin nach wie vor ein Anhänger von Vance", sagte er. Zugleich hält er den Ausgang des Rennens um die US-Präsidentschaft 2028 für offen.