Luxus-Renovierung
Lotto-Gewinner spenden Vermögen an Dorfschule
In der beschaulichen französischen Gemeinde Saint-Michel, einem Ort mit gerade einmal 3.000 Einwohnern im Département Charente, ereignete sich im Jahr 2009 ein echtes Weihnachtsmärchen mitten im Jahr. Ein einheimisches Paar knackte den gigantischen Jackpot der europäischen Lotterie "EuroMillions" und strich die astronomische Summe von 50 Millionen Euro ein. Während viele frischgebackene Multimillionäre in Luxusvillen investieren oder sich teure Yachten zulegen, wählte dieses Paar einen völlig anderen, zutiefst beeindruckenden Weg. Sie beschlossen, anonym zu bleiben und einen erheblichen Teil ihres Reichtums direkt in die Zukunft ihrer Heimatgemeinde zu investieren.
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Seit dem Gewinn im Herbst 2009 unterstützt die großzügige Familie den Ort finanziell bei verschiedenen Infrastrukturprojekten. Doch ihr absolutes Herzensprojekt ist die lokale Bildungseinrichtung. Jedes Jahr stellt das Paar der örtlichen Schule, der École primaire Louis Pasteur, die stolze Summe von 80.000 Euro zur Verfügung. Bislang floss dieses Geld direkt in die Verpflegung der Schulkinder, um allen Familien im Ort ein warmes Mittagessen zu ermöglichen.
Modernste Technik für die École primaire Louis Pasteur
In diesem Jahr haben sich die Prioritäten der Spender jedoch verschoben. Wie das französische Nachrichtenportal "Ici" berichtet, wird die jährliche Finanzspritze von 80.000 Euro diesmal für eine dringend notwendige bauliche Modernisierung der Schule verwendet. Das historische Gebäude der Bildungseinrichtung ist in die Jahre gekommen und entspricht in vielen Bereichen nicht mehr den heutigen Standards. Dank der Lottomillionäre kann nun eine umfassende Sanierung durchgeführt werden.
Die Baumaßnahmen konzentrieren sich vor allem auf zwei wesentliche Bereiche, die den Schulalltag der Kinder massiv verbessern werden:
- Der moderne Schallschutz: In den Klassenzimmern wird ein hocheffektiver Lärmschutz installiert, um die akustische Belastung während des Unterrichts für Kinder und Lehrkräfte drastisch zu senken.
- Die innovative Klimatisierung: Da die Sommer auch in Frankreich immer heißer werden, bekommt die gesamte Schule eine moderne Klimaanlage, um auch an heißen Tagen ein konzentriertes Lernen zu ermöglichen.
- Die Sanierung der Räumlichkeiten: Neben den technischen Installationen werden auch die Wände und Böden der alten Klassenzimmer grundlegend erneuert.
Sandrine Pelletier, die heute als Hausmeisterin an dem Schulkomplex arbeitet und vor gut 40 Jahren selbst als Kind dort zur Schule ging, zeigt sich im Gespräch mit "Ici" überglücklich: "Das ist eine große Hilfe, denn die Kantine und die Räume der Volksschule sind dringend renovierungsbedürftig."
Massive finanzielle Entlastung für Familien im Ort
Die Großzügigkeit der anonymen Spender hat für die Bewohner von Saint-Michel ganz konkrete, finanzielle Auswirkungen. Durch die Übernahme der Essenskosten für die Schulkantine spart sich jede Familie im Durchschnitt fast 300 Euro pro Kind und Jahr. In Zeiten steigender Lebenshaltungskosten ist dies für die Haushaltskassen der Dorfbewohner eine enorme Erleichterung.
Doch nicht nur das Ersparte erfreut die Eltern. Durch das großzügige Sponsoring konnte auch die Qualität des Essens auf ein völlig neues Niveau gehoben werden. Auf dem Speiseplan der Kinder stehen seither wöchentliche Bio-Menüs und in den Pausen wird stets frisches Obst zur gesunden Stärkung gereicht. Auch die amtierende Rathauschefin Fabienne Godichaud zeigt sich tief berührt von dem jahrelangen Engagement der Lottogewinner: "So etwas während einer Amtszeit zu erleben und zu erhalten, ist wirklich ein wunderschönes Geschenk."
Ein Blick auf das französische Bildungswesen
Das französische Schulsystem unterscheidet sich in seiner Struktur und Organisation in einigen wesentlichen Punkten von den Modellen in Österreich oder Deutschland. Die wichtigsten Merkmale der französischen Schullandschaft im Überblick:
- Die dreistufige Gliederung: Das System unterteilt sich in die Volksschule (École primaire) für Kinder von drei bis elf Jahren, die Mittelstufe (Collège) für Elf- bis 15-Jährige und das Gymnasium (Lycée) für Jugendliche bis 18 Jahre.
- Der Ganztagsunterricht: Der Unterricht ist zentral staatlich geregelt und findet in der Regel als Ganztagsform von 8:30 Uhr bis 16:30 Uhr statt, weshalb das gemeinsame warme Mittagessen in der Kantine eine zentrale Rolle einnimmt.
- Das Punktesystem: Bei den Leistungsbeurteilungen gilt eine Skala von 0 bis 20 Punkten, wobei zehn Punkte erreicht werden müssen, um eine Prüfung erfolgreich zu bestehen.
Dank des Lottogewinns des anonymen Paares ist die Schule in Saint-Michel nun bestens für die Zukunft gerüstet und gilt als absolutes Vorzeigemodell im ganzen Land.