"Shame!"-Schriftzug

Lueger-Denkmal in Wien wieder beschmiert

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Das umstrittene Lueger-Denkmal in Wien ist nach seiner Sanierung erneut Ziel von Vandalismus geworden. Unbekannte haben die Statue mit roter Farbe und einem Schriftzug beschmiert.
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Kurz nach der Rückkehr an seinen Standort ist das Lueger-Denkmal wieder beschmiert worden, wie "ORF Wien" berichtet. Die Statue des wegen seines Antisemitismus umstrittenen früheren Wiener Bürgermeisters Karl Lueger (1844-1910) wurde abermals mit roter Farbe beworfen. Auf dem Sockel prangt seit kurzem außerdem der englische Schriftzug "Shame!" (übersetzt "Schande"). Zum Umgang mit der Bronzefigur gibt es in der Stadt seit Jahren sehr kontroverse Ansichten.

Lueger-Denkmal in Wien mit dem Schriftzug "Shame!" und Farbspuren beschmiert. © ORF

Schieflage als neues Konzept

Ende Mai ist das Denkmal an seinen Platz zurückgekehrt und wurde Anfang Juni wieder zugänglich gemacht. Nach langem Hin und Her hatte sich die Stadt Wien zur Kontextualisierung für das Projekt "Schieflage (Karl Lueger 3,5°)" von Klemens Wihlidal entschieden. Als Resultat ist die Bronzestatue nun um 3,5 Grad gekippt.

Kein Polizeischutz für das Denkmal

Bereits während der Restaurierung im beauftragten Steinmetzbetrieb in Niederösterreich wurde das Denkmal von Unbekannten stark beschädigt. Dennoch gab es für das "neue" Denkmal nach der Aufstellung in Wien weder Polizeischutz noch Videoüberwachung. Kulturstadträtin Veronika Kaup-Hasler (SPÖ) erklärte dazu: "Ich glaube, wir können der Gesellschaft vertrauen, dass sie das erst mal auf sich wirken lässt".

Antisemitische Attacke nach Aktion

Schon Anfang Juli hatte es einen ersten Zwischenfall gegeben. Der jüdische Künstler Alon Ishay nahm im Rahmen eines Festivals der Universität für Angewandte Kunst eine "Umgestaltung" vor. Er brachte "Schande"-Kleber an und applizierte mit wasserlöslicher Sprühkreide Fußabdrücke auf dem Boden. Es kam zu einem Polizeieinsatz und der Künstler wurde angezeigt. Nach dem Einsatz sei es zudem zu antisemitischen Beleidigungen durch Passanten gekommen.

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Antisemitischer Übergriff am Lueger Denkmal


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"Zuerst bekomme ich als jüdischer Student zwei Anzeigen, weil ich mich künstlerisch gegen ein antisemitisches Ehrenmal engagiere. Kurz darauf werde ich antisemitisch beleidigt und dann noch von einem Passanten währenddessen als Judenschwein beschimpft und angespuckt", zitierte der "Standard" den Künstler.

Bestürzt zeigt sich daraufhin der Rechtsextremismus- und Gedenkpolitiksprecher der Grünen, Lukas Hammer. "Es ist völlig unverständlich, dass ausgerechnet gegen jene vorgegangen wird, die auf Antisemitismus aufmerksam machen." Sollten Alon Ishay oder andere Beteiligte infolge des Polizeieinsatzes mit Kosten oder Verwaltungsstrafen belastet werden, kündigte Hammer Unterstützung an.

Kritik an der aktuellen Lösung

Die Debatte um das umstrittene Denkmal reißt nicht ab. Kritik am Vorgehen der Stadt kam immer wieder unter anderem von der Jüdischen Hochschülerschaft (JÖH). Diese sprach sich deutlich gegen das Projekt aus und nannte es eine "feige Lösung".