Nebenwirkung?

Mädchen (19) stirbt nach Abnehmspritze

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Sie wollte nur ein paar Kilo verlieren – dann endete ihr Leben mit nur 19 Jahren. Josephine Nasr wurde tot in ihrem Studentenwohnheim in London gefunden. Eine Untersuchung sieht einen möglichen Zusammenhang mit der Abnehmspritze Tirzepatid.
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Josephine Nasr stammte aus Kalifornien und studierte Jura an der University of East London. Im September 2025 wurde die damals 19-Jährige leblos in ihrem Studentenwohnheim gefunden. Ihren Abschluss hätte sie 2027 machen sollen.

Die junge Frau hatte Tirzepatid von einem Arzt in den USA verschrieben bekommen. Laut den Angaben der Untersuchung war sie zwar übergewichtig, galt jedoch nicht als fettleibig. Am Abend vor ihrem Tod telefonierte Josephine noch mit ihrer Familie in Kalifornien. Dabei berichtete sie, dass ihr übel sei und sie sich übergeben müsse.

Familie machte sich große Sorgen

Ihre Angehörigen waren alarmiert. Josephines Schwester Anastasia versuchte deshalb, über einen privaten Gesundheitsdienst Hilfe für die Studentin zu organisieren. Eine Krankenschwester und Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes machten sich schließlich auf den Weg zu ihrem Zimmer. Doch niemand öffnete die Tür.

Die Sicherheitskräfte verschafften sich daraufhin Zugang zum Zimmer. Im Badezimmer fanden sie Josephine leblos am Boden. Für die junge Frau kam jede Hilfe zu spät.

Abnehmspritze könnte Rolle gespielt haben

Bei der Untersuchung des Todesfalls wurde nun bekannt, dass Josephine an einer bislang nicht diagnostizierten angeborenen Herzerkrankung litt. Dabei handelte es sich um eine sogenannte Myokardbrücke.

Josephine hatte einen angeborenen Herzfehler. © josephine.nasr/Instagram

Bei dieser Erkrankung verläuft ein Abschnitt einer Herzkranzarterie durch den Herzmuskel. Bei einem Herzschlag kann der Muskel das Gefäß zusammendrücken. In vielen Fällen bleibt eine solche Besonderheit unbemerkt und verursacht keine Beschwerden. Nach Einschätzung des Pathologen könnte die Erkrankung bei Josephine jedoch eine Rolle gespielt haben.

Erbrechen könnte gefährliche Folgen gehabt haben

Gleichzeitig geriet das von Josephine verwendete Tirzepatid in den Fokus. Das Medikament wird unter anderem zur Gewichtsreduktion eingesetzt. Der Pathologe geht davon aus, dass das durch das Medikament ausgelöste starke Erbrechen möglicherweise zu einer Unterzuckerung und einem gefährlichen Ungleichgewicht der Elektrolyte geführt haben könnte.

Solche Veränderungen können wiederum schwere Herzrhythmusstörungen auslösen. Die bislang unbekannte Herzerkrankung könnte das Risiko zusätzlich erhöht haben. Damit ergibt sich ein komplexes Bild: Laut Untersuchung könnte nicht allein das Medikament für den Tod verantwortlich gewesen sein. Vielmehr könnten mehrere Faktoren zusammengekommen sein.

Schwere Komplikationen sind möglich

Tirzepatid gehört zu den Wirkstoffen, die zur Gewichtsreduktion eingesetzt werden. Wie bei Medikamenten generell können auch hier Nebenwirkungen auftreten.

Starkes Erbrechen kann beispielsweise zu Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten führen. Zu den bekannten schweren Komplikationen, die im Zusammenhang mit Medikamenten zur Gewichtsreduktion auftreten können, gehören unter anderem Entzündungen der Bauchspeicheldrüse und schwere Magen-Darm-Probleme. Todesfälle sind selten. Der Fall von Josephine zeigt jedoch, dass bei schweren Beschwerden nach der Einnahme eines solchen Medikaments ärztliche Hilfe notwendig sein kann. Für die junge Studentin kam diese Hilfe zu spät. Ihre Familie muss nun mit der tragischen Frage leben, welche Rolle die Abnehmspritze und die bislang unerkannte Herzerkrankung tatsächlich bei ihrem Tod spielten.