Krebserkrankung

"Maschendrahtzaun": Raab-Legende (79) ist gestorben

Regina Zindler © Kretschel/Chemnitzer Morgenpost
Durch ein Wort wurde Regina Zindler im Jahr 1999 zu einer echten Berühmtheit. Nun erlag sie ihrer Krebserkrankung

Ein einziger Auftritt im Fernsehen machte sie Ende der 1990er-Anfang der 2000er-Jahre zur absoluten Kultfigur: Die Sächsin Regina Zindler zog 1999 in der Sat.1-Show "Richterin Barbara Salesch" gegen ihren Nachbarn vor Gericht. Ihr sächsischer Dialekt machte ein bestimmtes Wort weltberühmt, das sie zeitlebens begleiten sollte: "Maschendrahtzaun". Nun ist Regina Zindler in ihrer Heimatstadt Zwickau nach einer schweren Krebserkrankung im Alter von 78 Jahren verstorben.

Ein Abschied in aller Stille

Wie BILD berichtet, starb die Sächsin bereits am 5. Mai. Die Urnenbeisetzung fand am vergangenen Freitag auf dem Hauptfriedhof in Zwickau statt, wo sie gemäß ihrem eigenen Wunsch in einem anonymen Gemeinschaftsgrab ihre letzte Ruhe fand.

Noch Ende April zeichnete sich das traurige Schicksal ab, als BILD Regina Zindler besuchen wollte. Ihr Ehemann öffnete damals sichtlich bewegt die Wohnungstür und erklärte: "Meine Frau liegt im Sterben. Sie hat Krebs im Endstadium." Er schilderte, dass seine Frau sehr schwach sei, niemanden mehr empfangen wolle und zu Hause palliativ betreut werde. "Ihr bleiben noch vier Wochen, vielleicht acht. Ich werde bis zum Schluss für sie da sein", fügte Herr Zindler damals hinzu. Am Ende blieb ihr nur noch eine Woche.

Der Knallerbsenstrauch und der Stefan-Raab-Hype

Der Ursprung ihres unfreiwilligen Ruhms liegt im Jahr 1999. Damals stritt Regina Zindler in der Gerichtsshow von Barbara Salesch mit ihrem Nachbarn Gerd Trommer aus dem sächsischen Auerbach. Das Ziel: Er sollte den Knallerbsenstrauch entfernen, der zu nah an ihrem Maschendrahtzaun wuchs. Die Klage wurde zwar abgewiesen, doch für Zindler war es der Startschuss zu einer außergewöhnlichen Berühmtheit.

Der Entertainer Stefan Raab (59) wurde auf den Fall aufmerksam und bastelte aus ihrem charakteristisch ausgesprochenen Wort "Maschendrahtzaun" einen Song, der zum absoluten Mega-Hit avancierte und sechs Wochen lang Platz 1 der Charts belegte.

Schattenseiten des Ruhms und spätes Versöhnen

"Auf den Herrn Raab bin ich nicht mehr böse. Der hat ja nur sein Lied gemacht. Ich hab damals mein Einverständnis gegeben." Für Regina Zindler hatte der plötzliche Hype allerdings schwere Schattenseiten. Fans belagerten ihr Grundstück, beschädigten das Haus und stahlen Teile des besagten Zauns. Als der psychische Druck zu groß wurde, flüchtete das Ehepaar in einen Berliner Plattenbau.

Erst Jahre später kehrte sie nach Sachsen zurück, wo sie in den letzten Jahren ihres Lebens endlich die ersehnte Anonymität und Privatsphäre zurückgewann. Bei einem Besuch im Jahr 2014 zeigte sie sich mit der Vergangenheit versöhnt und betonte, mit dem damaligen Wirbel abgeschlossen zu haben. Auch wenn Regina Zindler nun von ihrem Leiden erlöst wurde – die Erinnerung an sie und den "Maschendrahtzaun" bleibt unvergessen.