Betrugs-Hammer
Mega-Razzia! Luxusauto-Betrüger verursachten 100-Millionen-Schaden
Mit einer europaweiten Großaktion ist Ermittlern ein Schlag gegen mutmaßliche Steuerbetrüger gelungen. Am Mittwoch, dem 4. November, durchsuchten Einsatzkräfte mehr als 100 Standorte in mehreren europäischen Ländern. Im Fokus stand ein Netzwerk, das mit hochpreisigen Fahrzeugen einen groß angelegten Umsatzsteuerbetrug betrieben haben soll.
Auch in Österreich liefen umfangreiche Ermittlungen: 84 Mitarbeiter der Finanzverwaltung waren an den Maßnahmen beteiligt. In Tirol und Vorarlberg wurden insgesamt zwölf Hausdurchsuchungen durchgeführt.
Zehn Millionen Euro Schaden in Österreich
Auch interessant
Nach bisherigen Erkenntnissen sollen die Verdächtigen Luxusautos über ein Geflecht aus Unternehmen und zwischengeschalteten Gesellschaften gehandelt haben. Dabei sollen sogenannte Missing-Trader-Firmen und Briefkastenunternehmen zum Einsatz gekommen sein. Mit gefälschten Transport- und Liefernachweisen sei versucht worden, tatsächliche Warenbewegungen zu verschleiern und Umsatzsteuer zu hinterziehen.
Allein im österreichischen Ermittlungsstrang standen Fahrzeuglieferungen mit einem Gesamtwert von rund 80 Millionen Euro im Fokus. Der dadurch entstandene Steuerausfall wird auf mehr als zehn Millionen Euro geschätzt.
Drei Festnahmen in Österreich
Bei den Einsätzen wurden Geschäftsunterlagen, elektronische Datenträger sowie hochwertige Vermögensgegenstände und Liegenschaften sichergestellt. Die Auswertung der Beweise und die Bewertung der beschlagnahmten Vermögenswerte laufen noch.
Auch Festnahmen gab es: Drei Personen wurden unmittelbar in Österreich festgenommen. Zwei weitere österreichische Staatsbürger nahmen deutsche Einsatzkräfte in Deutschland fest.
Betrugsschaden von über 100 Millionen Euro
Die Operation J.A.V.E.L.I.N. richtete sich gegen mehrere miteinander verbundene Ermittlungsstränge in zahlreichen europäischen Staaten. Der geschätzte Umsatzsteuerschaden des gesamten Betrugskomplexes liegt bei mehr als 100 Millionen Euro.
Ermittelt wird im Auftrag der Europäischen Staatsanwaltschaft. Die österreichische Steuerfahndung des Amtes für Betrugsbekämpfung war maßgeblich beteiligt. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
Finanzminister Markus Marterbauer betonte nach der Aktion die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit: "Betrug kennt keine Grenzen." Gegen Steuerbetrug müsse es daher auch über Österreich hinaus "keine Toleranz" geben.