Behörden rüsten auf

"Monsterfische" bedrohen Gardasee

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Die riesigen Welse im beliebten italienischen Gardasee entwickeln sich immer mehr zu einer echten Plage und bedrohen das dortige Ökosystem massiv. Jetzt rüsten die Behörden für die Jagd auf.
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Die bis zu 80 Kilogramm schweren Raubfische breiten sich im Gardasee rasant aus. Da sie als invasive Art kaum natürliche Feinde haben, vermehren sie sich ungestört und fressen fast alles, was sich unter Wasser bewegt. Besonders im Süden des Sees zwischen Sirmione und Lazise haben sich die Welse bereits festgesetzt. Experten haben nun die Befürchtung, dass die Raubfische in naher Zukunft auch den Norden des Gewässers erobern könnten. Viele Österreicherinnen und Österreicher, die ihren Urlaub gerne am Gardasee verbringen, verfolgen die Entwicklungen vor Ort mit Sorge.

Gefahr für seltene Arten

Besonders bedroht durch die Ausbreitung der Welse ist der Carpione. Diese spezielle Salmonidenart existiert weltweit ausschließlich im Gardasee und kämpft ohnehin seit Jahren um das Überleben. Auf dem Speiseplan der riesigen Raubfische stehen jedoch nicht nur diese seltenen Fische, sondern auch Sardinen, Barsche, Enten und sogar Schildkröten. Um die bedrohten Arten zu schützen, rüstet die Region Lombardei nun auf. Speziell ausgebildete Selektionsfischer sollen den Riesen-Welsen gezielt nachstellen, um den Bestand effektiv einzudämmen.

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Unterstützung durch moderne Technik

Unterstützt werden die Fischer bei ihrer Arbeit durch eine eigens entwickelte App. Diese Anwendung dokumentiert präzise den Fangort, die Größe, die Anzahl der gefangenen Tiere sowie deren Mageninhalt. Die so gesammelten Daten helfen der Wissenschaft dabei, die Ausbreitung der Fische exakt zu rekonstruieren und zu analysieren. In Zukunft sollen zudem auch Taucher bei der Jagd helfen. Zudem werden Netze mit größeren Maschenweiten eingesetzt, damit kleinere, heimische Fischarten entkommen können und gezielt nur die Riesenfische im Netz landen.

Forderung nach strengeren Regeln

Die Gemeinden rund um das Gewässer drängen angesichts der Lage auf deutlich schärfere Fischereiregeln. Geplant sind unter anderem feste Fangtage, an denen ganz gezielt Jagd auf die Welse gemacht wird. Floriano Massardi, Vorsitzender des Agrarausschusses im Regionalrat der Lombardei, warnte in der Tageszeitung "Brescia Oggi" eindringlich vor den Folgen: Der Wels richte immer größere Schäden im Ökosystem an. Ohne rasche und entschlossene Gegenmaßnahmen drohe ein Punkt, an dem sich die ökologische Entwicklung nicht mehr umkehren lasse.