Wörthersee
Mucha: Ansturm und Hass nach Schloss-Aufruf
Der öffentliche Aufruf für das Kärntner Schloss Drasing hat eine gewaltige Resonanz ausgelöst. Neben Dutzenden hochqualifizierten Bewerbungen – darunter stilistisch feine Schreiben, Konzepte für Führungen und sogar das zutiefst emotionale Schreiben der Tochter einer einstigen Mitarbeiterin – blieben allerdings auch die Schattenseiten des Internets nicht aus. Neben viel Zuspruch erntete Christian Mucha auch die üblichen Hass- und Neidkommentare für seine Suche nach einem Schlossherrn.
Der Medienmanager zeigt sich jedoch gewohnt gewandt und lässt die Untergriffe gelassen an sich abperlen: Solche Äußerungen würden sich durch ihre eigene Erbärmlichkeit von selbst richten, während das Schicksal früher oder später für die nötige Gerechtigkeit sorge.
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Viel spannender als die Netz-Trolle sind jedoch die handfesten Zukunftspläne für den imposanten Kulturschatz. Da Mucha beruflich mittlerweile deutlich kürzer tritt und das Anwesen als Pensionist aus den Erlösen seiner Stiftung finanziert, denkt der Verleger laut über neue Einnahmequellen nach. War Schloss Drasing bisher ein reines Privatrefugium, könnte sich das bald ändern. Mucha zeigt sich offen für Ideen, um im Schloss künftig Erlöse zu generieren – etwa durch den Betrieb eines feinen, kleinen Gastronomiebetriebs, als exklusive Event-Location für Traumhochzeiten oder im Rahmen von historischen Führungen. Ein solches Gewerbe würde auch die Finanzierung des künftigen Statthalters auf breitere Beine stellen.
Fairer Deal statt Gratis-Arbeit
Zugleich räumt Mucha mit Gerüchten auf, er suche eine kostenlose Arbeitskraft. Der künftige Posten sei zwar keine Vollzeit-Stelle – bisher reichte in den Sommermonaten ein Aufwand von rund 20 Stunden pro Monat für die Pflege –, soll aber fair entlohnt werden.
Zum Gesamtpaket gehören neben dem Honorar eine Dienstwohnung auf dem Areal, die Übernahme der Heizkosten sowie ein eigenes Wirtschaftsfahrzeug für das Gelände. Da das Land Kärnten oder die Gemeinde keinerlei Zuschüsse für die Erhaltung des Denkmals beisteuern, sieht Mucha sein Engagement als persönliches Dankeschön an das Schicksal. Nun gilt es, die eingehenden Bewerbungen zu sichten, um die Zukunft des historischen Erbes nachhaltig zu sichern.