Daniil Medwedew (30) sorgt auch nach seinem skandalösen Aus beim ATP-Turnier in Peking für Wirbel. Der Russe war am Dienstag im Halbfinale gegen Novak Djokovic disqualifiziert worden, nachdem er einen Ball ins Publikum geschossen und einen Zuschauer getroffen hatte. Doch schon zuvor hatte er mit einer fragwürdigen Aktion provoziert: Medwedew imitierte die gesundheitlichen Probleme seines Gegners. Für den früheren US-Open-Finalisten Greg Rusedski ging er damit deutlich zu weit.
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Medvedev macht sich über Djokovic lustig
Während des Halbfinales ahmte Medvedev die Atemprobleme des 24-fachen Grand-Slam-Siegers nach. Die Szene verbreitete sich anschließend in den sozialen Medien.
Djokovic hatte in den vergangenen Wochen immer wieder mit gesundheitlichen Beschwerden zu kämpfen. Bei den US Open musste sich der Serbe während seiner Erstrunden-Niederlage sogar übergeben.
Rusedski zeigte für Medwedews Verhalten wenig Verständnis. "Das Schlimmste, was man tun kann, ist, sich über Novak lustig zu machen", erklärte der ehemalige britische Tennisstar in seinem Podcast "Off Court".
Seine Warnung an den Russen fiel deutlich aus: "Also sollte man lieber den Mund halten."
"Er sucht nur nach zusätzlicher Motivation"
Rusedski kritisierte nicht nur die Respektlosigkeit gegenüber Djokovic. Er hielt die Provokation auch sportlich für einen Fehler.
"Man will Tennis spielen und den großen Champion nicht beleidigen, denn er sucht nur nach etwas, das ihn noch ein bisschen mehr motiviert. Und genau das hat Daniil ihm gegeben."
Für den ehemaligen Weltranglistenvierten war die Aktion damit ein unnötiger Versuch, ausgerechnet einen der erfolgreichsten Spieler der Tennisgeschichte zu reizen.
Nach Zuschauer-Treffer folgte die Disqualifikation
Zum endgültigen Eklat kam es beim Stand von 5:7, 3:5 und 15:15 aus Sicht Medwedews. Der Russe schoss aus Frust einen Ball ins Publikum und traf einen Zuschauer. Der Stuhlschiedsrichter disqualifizierte ihn daraufhin sofort.
Rusedski verteidigte die Entscheidung: "Man muss sehr darauf achten, wohin man seinen Schläger wirft und wohin man den Tennisball schlägt. Der Stuhlschiedsrichter hat richtig gehandelt."
Medwedew zeigte sich anschließend reumütig. "Es tut mir unglaublich leid und ich hoffe nur, dass er okay ist", erklärte der frühere Weltranglistenerste mit Blick auf den getroffenen Zuschauer.
Djokovic zog durch die Disqualifikation ins Finale ein und holte anschließend gegen Alex de Minaur seinen siebenten Titel in Peking.