Sorge um Papst

Nach Krebs-Schock: Vatikan gibt Update

© SOPA Images/LightRocket via Gett
Nach dem 90-Minuten-Eingriff zur Entfernung eines Lungentumors ha Papst Leo XIV. eine ruhige Nacht in seinem Zimmer in der "Gemelli"-Klinik in Rom verbracht.
Zur Vollversion des Artikels

Das teilte der Vatikan am Mittwoch mit. Weitere Informationen zum Zustand des 71-Jährigen werden im Laufe des Tages veröffentlicht. Bei dem Eingriff bestätigte sich beim Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche ein Lungenadenokarzinom - das ist die häufigste Form bösartiger Lungentumoren.

Wird es in einem frühen Stadium entdeckt, kann die Erkrankung allein durch eine Operation geheilt werden. Anschließend ist laut Fachärzten eine Rückkehr zum normalen Alltag möglich.

© APA/AFP/ANDREAS SOLARO

Adenokarzinom tritt häufiger bei Nichtrauchern auf

Im Pressebulletin des Vatikan nach der Operation im Agostino Gemelli-Krankenhaus in Rom hieß es: "Der Heilige Vater wurde wie geplant einem chirurgischen Eingriff im Brustraum unterzogen. Um einen radikalen Eingriff durchzuführen, wurde der rechte Unterlappen der Lunge mithilfe videoassistierter Technik entfernt. Die (...) Gewebeuntersuchung bestätigte die Diagnose eines Lungenadenokarzinoms, wie aufgrund der Untersuchungen vor der Operation vermutet worden war."

Das Adenokarzinom tritt häufiger bei Nichtrauchern wie Leo auf als bei Rauchern. Für diese Tumorart stehen inzwischen besonders viele neue Medikamente zur Verfügung. Die Entwicklung der Krankheit hängt vor allem davon ab, in welchem Stadium sie entdeckt wird. Der Papst hatte von einem Knoten gesprochen, der sich "in einem sehr frühen und klar begrenzten Stadium" befinde.

Die Lobektomie ist die bevorzugte Operationsmethode in frühen Krankheitsstadien. Dabei wird ein vollständiger Lungenlappen entfernt. Zusätzlich werden die Lymphknoten im Brustraum entfernt. Operiert wurde der Papst mit einer sogenannten videoassistierten Chirurgie (VATS/Video-Assisted Thoracic Surgery). Dabei handelt es sich um eine minimalinvasive Operationstechnik. Sie ermöglicht eine schnellere Erholung und verringert das Risiko von Komplikationen.

Ergebnis der histologischen Untersuchung muss abgewartet werden

Noch unklar ist, ob sich der Papst jetzt einer Chemotherapie, einer Strahlentherapie oder einer anderen Behandlung unterziehen muss. Zunächst muss das vollständige Ergebnis der Gewebeuntersuchung abgewartet werden. Sollte sich im daraus resultierenden histologischen Befund herausstellen, dass die entfernten Lymphknoten vom Tumor befallen sind, wird geprüft, ob eine postoperative Behandlung erforderlich ist. Welche Therapie infrage kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die sich aus den weiteren Untersuchungen ergeben.

Sind die Lymphknoten dagegen tumorfrei, könnte die am Dienstag durchgeführte Operation ausreichen. In diesem Fall seien die Heilungschancen sehr hoch, meinen Fachärzte. Bei Menschen, deren Lungenfunktion vor der Operation normal war, führt der Eingriff in der Regel nicht zu Einschränkungen, die die Lebensqualität beeinträchtigen.

Der durchschnittliche Krankenhausaufenthalt nach einem solchen chirurgischen Eingriff beträgt etwa sieben bis zehn Tage. Anschließend kann der Patient nach einer unterschiedlich langen Erholungsphase zu seinen normalen Aktivitäten zurückkehren. Der Papst hat all seine Termine bis zum 20. Oktober abgesagt. Im November steht für den Papst eine fast zweiwöchige Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru auf dem Programm. In Peru war der frühere, weltweite Chef des Augustinerordens viele Jahre als Missionar und Bischof tätig. Er hat auch die peruanische Staatsbürgerschaft. Zur Reise gehört ein Besuch der Stadt Cusco in 3.400 Metern Höhe. Bei manchen Leuten führt diese Höhe zu Atemproblemen und zur Höhenkrankheit.