Keine Kontrolle
Nach über 100 Jahre ist diese Grenze in Europa Geschichte
Der Abbau des rund einen Kilometer langen Metallzaunes soll diese Woche beginnen. Seit Mittwoch ist das neue Abkommen in Kraft, wodurch Menschen und Waren die Grenze ohne Kontrollen passieren können. Der spanische Außenminister José Manuel Albares sprach von einem "historischen" Ereignis. Erstmals nach drei Jahrhunderten würden sich beide Seiten "die Hände reichen", erklärte er mit Blick auf das Jahr 1704. Das Gebiet wird nun eng an den Schengen-Raum angebunden, Passkontrollen gibt es nur noch am Flughafen und im Hafen.
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Erleichterung für viele Pendler
Täglich überqueren mehr als 15.000 Pendlerinnen und Pendler die Grenze zwischen Andalusien und dem britischen Territorium. Bisher kam es oft zu stundenlangen Wartezeiten, besonders im Hauptverkehr. Das Abkommen soll auch die Wirtschaft vor Ort stärken.
Ein langer Streitpunkt
Der Brexit machte das Abkommen erst möglich, obwohl sich 96 Prozent der dortigen Bevölkerung im Jahr 2016 für einen Verbleib in der EU ausgesprochen hatten. Spanien sieht die Region am Südzipfel des Landes als "Kolonie". Eine Sprecherin des britischen Premierministers Keir Starmer betonte dennoch: "Das Abkommen sichert langfristig den Personen- und Warenverkehr über die Grenze, während es die Souveränität des Vereinigten Königreichs und Gibraltars verfassungsrechtliche Position schützt"
Geschichte voller Spannungen
Bereits 1969 schloss der Diktator Francisco Franco die Grenze komplett. Erst 1982 durften Fußgänger wieder passieren, drei Jahre später auch Autos. Das kleine, rund 6,5 Quadratkilometer große Gebiet ist für seine Berberaffen und den markanten Felsen bekannt. Seit über drei Jahrhunderten sorgt die Region für Streit und wurde 1713 im Rahmen des "Friedens von Utrecht" abgetreten.