Das 2:3 am Samstag in Ried bedeutete die sechste Niederlage in den ersten neun Runden - in dieser Häufigkeit haben die "Veilchen" in der Saisonstartphase noch nie verloren. Trainer Stephan Helm ist angezählt, gab sich aber kämpferisch. "Es braucht keiner glauben, dass ich in Depressionen verfalle", sagte der Burgenländer im Sky-Interview. Der Austria droht nun sogar der "Worst Case": Holt Altach am Sonntag gegen Salzburg zumindest einen Punkt und gewinnt der WAC gegen die WSG Tirol, dann ist die Austria sogar Tabellenschlusslicht.
Auch interessant
Die Pleite im Innviertel sei "ein Sinnbild unserer Situation" gewesen, erklärte Helm. Die Austria schenkte eine frühe Führung leichtfertig her und verzeichnete unmittelbar vor dem letztlich entscheidenden 1:3 einen Stangentreffer. "Wir bekommen zu viele Tore und belohnen uns nicht für den Aufwand", resümierte der Coach.
Nun sei harte Arbeit gefragt, meinte Helm. "Wir und vor allem ich müssen viel investieren, um die Situation zu verbessern." Er selbst habe einen Kodex: "Ich muss klar bleiben, konsequent bleiben und Dinge klar ansprechen, nicht wegducken. In solchen Phasen musst du zur Höchstform auflaufen, da darfst du nicht entscheidungsunfreudig werden." Außerdem meinte der 43-Jährige: "Gerade in dieser Phase muss man klar und konsequent bleiben und jeden Tag sein Bestes geben. Ich kann garantieren, dass ich mich den Herausforderungen und der Kritik stelle."
Sahin-Radlinger stellt sich hinter Helm
Geschäftsführer Tomas Zorn gab nach dem Match keine Stellungnahme ab, dafür erhielt Helm Rückendeckung von Goalie Samuel Sahin-Radlinger. "Der Trainer kann nichts dafür, dass wir zum zweiten, dritten Mal hintereinander den gleichen Stellungsfehler machen." Für den Unmut der mitgereisten Fans hatte der gebürtige Rieder Verständnis. "Mir fehlen ein bisschen die Worte, dass wir ein Spiel wieder nicht 90 Minuten durchziehen können."
Dennoch betonte Helm, sein Team sei intakt. "Ich habe keine Mannschaft gesehen, die auseinanderfällt." Auch deshalb fiel sein Blick in die Zukunft positiv aus. "Wenn alle Spieler zur Verfügung stehen und in Form sind, werden wir so ein Spiel gewinnen."
Die nächste Gelegenheit für einen Austria-Sieg bietet sich am Freitag beim SCR Altach, danach wartet das Heim-Derby gegen Tabellenführer Rapid. Die formstarken Rieder stehen am kommenden Samstag auswärts gegen Vizemeister Sturm Graz auf dem Prüfstand. Die zumindest vorübergehend auf Platz vier vorgestoßenen Innviertler sind seit fünf Pflichtspielen ungeschlagen und haben ihre jüngsten drei Liga-Partien allesamt gewonnen.