Vorwurf

Netanjahu schlägt Alarm: "Versuchen, Wahl zu stehlen"

© APA/AFP/JEWEL SAMAD
Während lange Schlangen entstehen, sorgt Ministerpräsident Netanjahu mit Betrugsvorwürfen für Wirbel.
Zur Vollversion des Artikels

Netanjahu rief die Israelis am Dienstag dazu auf, "richtig" zu wählen, als er in Jerusalem seine Stimme abgab.

Am Tag der Parlamentswahl hat Netanjahu die arabischen Parteien scharf attackiert und ihnen einen Versuch vorgeworfen, "die Wahl zu stehlen". Drei hochrangige Vertreter der israelisch-arabischen Partei Raam seien im Süden des Landes mit Umschlägen voller Bargeld festgenommen worden, sagte Netanjahu am Dienstag. Die Wahlbehörden erklärten hingegen, dass die Personen "die Wahllokale noch nicht erreicht hatten" und in der Nähe ihrer Wohnungen aufgegriffen worden seien. Eine Untersuchung laufe. "Es gibt landesweit keine ähnlichen Vorfälle dieser Art, dies war ein Einzelfall", betonte die zentrale Wahlkommission. Während des Wahlkampfs hatte Netanjahu wiederholt israelisch-arabische Parteien attackiert und Ängste vor einem palästinensischen Staat geschürt.

"Aufstachelung und Gewalt"

Am Rande der Wahl nahm die Polizei zudem einen mit einem Messer bewaffneten Mann fest. Dieser hatte sich dem Oppositionspolitiker Jair Golan laut Angaben seiner Partei während eines Wahlkampfauftritts in bedrohlicher Absicht genähert. "Aufstachelung und Gewalt werden uns nicht einschüchtern", erklärte der linksgerichtete Politiker nach dem Vorfall in Tel Aviv. Golan, der Parteichef der linksgerichteten Ha-Demokratim (Die Demokraten) ist, machte die "Giftmaschine" von Netanjahu für den Vorfall verantwortlich.