Unzählige Kommentare

Neuer Israel-Song: Boy George erntet Hasswelle

© WireImage
Mit einem neuen Song sorgt Pop-Ikone Boy George weltweit für Aufsehen. Der Culture-Club-Star stellt sich darin klar an die Seite Israels und erinnert an den Hamas-Terror vom 7. Oktober 2023. Im Internet löste das Lied sofort einen heftigen Streit aus.
Zur Vollversion des Artikels

Der 65-jährige Brite veröffentlichte den Song "Od Nirkod (We Will Dance Again)" und teilte ihn auf der Plattform X mit dem hebräischen Gruß "Shalom". Musikalisch setzt der Sänger auf Reggae-Klänge, inhaltlich ist das Lied jedoch eine deutliche politische Botschaft.

Gleich zu Beginn singt Boy George: "Du sagst Genozid, ich sage Krieg." In weiteren Zeilen erklärt er, dass ein Staat das Recht habe, sich gegen Angriffe zu verteidigen. Damit bezieht der Musiker klar Position im Nahost-Konflikt.

Erinnerung an den Hamas-Terror

Der Songtitel "We Will Dance Again" erinnert an das Nova-Musikfestival in Israel. Dort überfielen Hamas-Terroristen am 7. Oktober 2023 Besucher der Veranstaltung. Nach israelischen Angaben wurden dabei rund 1.200 Menschen getötet und 251 Geiseln in den Gazastreifen verschleppt.

Mit der Zeile "Wir werden wieder tanzen" greift Boy George das Motto auf, das nach dem Terrorangriff zu einem Symbol für Hoffnung und Zusammenhalt wurde.

Heftiger Streit im Netz

Trauernde Menschen auf dem Gelände des Nova-Festivals. © AFP

Kaum war der Song veröffentlicht, folgten tausende Reaktionen in den sozialen Medien. Kritiker werfen Boy George vor, mit dem Lied einseitig Partei zu ergreifen. Besonders scharf äußerte sich der britische Musiker Martyn Ware (Heaven 17), der dem Sänger vorwarf, "musikalische Propaganda" zu verbreiten und sich dafür schämen zu müssen.

Auch zahlreiche Nutzer griffen Boy George persönlich an und erinnerten an seine Verurteilung aus dem Jahr 2009 wegen Freiheitsberaubung.

Auch viel Zustimmung

Doch der Musiker erhält nicht nur Kritik. Viele Fans und Unterstützer loben seinen Mut, öffentlich Stellung zu beziehen. Model und Autorin Marie von den Benken schrieb auf X, Boy George sei in den 1980er-Jahren zur Ikone geworden und könne nun "unsterblich" werden. Andere Nutzer betonten, dass es heutzutage Mut brauche, sich offen hinter Israel zu stellen.

Der Song zeigt einmal mehr, wie emotional und polarisiert die Debatte rund um den Nahost-Konflikt geführt wird – und dass selbst Popmusik inzwischen zum Politikum geworden ist.