Jahresausstellung

Stift Klosterneuburg bringt "Karten auf den Tisch"

Vier bunte Spielfiguren und zwei Würfel auf einer historischen Weltkarte.
© Walter Hanzmann
42 Tage nach München und Reisepass für Wien: Die Ausstellung "Karten auf den Tisch" überrascht mit kuriosen Reisegeschichten.
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Im Stift Klosterneuburg wird Geschichte ab sofort zur Reise: Die Jahresausstellung "Karten auf den Tisch" zeigt, wie Menschen über Jahrhunderte die Welt sahen – und wie sehr Landkarten täuschen können.

Eine Weltkarte ist nämlich nie völlig neutral. Wird die Erde auf flaches Papier übertragen, verändern sich Größen und Formen. So wirkt Afrika auf vielen Karten zu klein, Russland dagegen übermäßig lang. In der Sala Terrena können Besucher solche Verzerrungen auch digital erkunden. Besonders spektakulär sind jahrhundertealte Karten, auf denen Amerika und Australien noch fehlen. Zu sehen sind unter anderem eine Handschrift aus dem 11. Jahrhundert sowie Darstellungen aus dem Mittelalter. Auch Österreichs große Entdeckerreisen spielen eine Rolle.

Kurios wird es bei zwei Chorherren, die 1835 ganze 42 Tage nach München unterwegs waren und ihre Reise dokumentierten. Und: Eine Klosterneuburger Dienstmagd wiederum brauchte im 19. Jahrhundert sogar für einen Tagestrip nach Wien einen Reisepass. Die Ausstellung läuft bis Mitte November 2026 und macht sichtbar, wie sich der Blick auf die Welt über Jahrhunderte verändert hat.

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