Von Peter Androsch

Neuer Kunstwanderweg mit Vorhängen, UFO und Geisterschiff

© Kleinzell
Didi Bruckmayr hat für den Weg einen Felsblock und rostiges, altes Metall bearbeitet
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Am Samstag (10.10., 10 Uhr) wird in Kleinzell im Mühlkreis ein Kunstwanderweg eröffnet. Kurator Peter Androsch, der an dem Projekt zwei Jahre lang gearbeitet hat, bezieht sich dabei auf die von dem Schweizer Soziologen Lucius Burckhardt begründete Promenadologie als eine Methode, die Umwelt bewusster wahrzunehmen. Der am Ortsplatz startende Kunstwanderweg ist ein Rundweg, der auf 7,6 Kilometern Länge bei rund 200 Höhenmetern an 20 Stationen mit 21 Interventionen aufwartet.

Neue Sicht auf Dinge

"Die Spaziergangswissenschaft betrachtet eine Wanderung als eine Perlenschnur. Bemerkenswerte Orte sind aufgefädelt, wobei die Schnur genauso wichtig ist wie die Perlen", skizziert der Komponist und Klangforscher Androsch die Idee dahinter. "Langsames, bewusstes Gehen, Verweilen und Beobachten ermöglichen ein neues Erleben. Dabei entdecken wir nicht nur die Umgebung neu, sondern auch uns selbst." Gemeinsam mit rund 30 Gleichgesinnten - Profis wie Amateuren - sowie den Kindern von Krabbelstube, Kindergarten und Volksschule Kleinzell sind vielfältige Interventionen entstanden - Schriftkunst, Malerei und Bildhauerei sind dabei ebenso vertreten wie Textilkunst, Klang- oder Radiokunst. Androsch: "Wir hören, begreifen, schauen, riechen oder lesen neu: Ein Sinnesweg tut sich auf."

Fliegende Fische entlang des Weges

Es beginnt am Kleinzeller Ortsplatz, wo 13 Keramikkünstlerinnen und -künstler eine Miniatur-Vorstadt rund um den zentralen Baum gruppiert haben. In der Folge stößt man beim Wandern etwa auf ein Geisterschiff, eine überdimensionale Staffelei, ein UFO oder fliegende Fische. Johanna Heller hat Orgelpfeifen in Bäume gehängt und eine schmale Brücke beschriftet, Didi Bruckmayr einen Felsblock und rostiges, altes Metall bearbeitet. Man durchschreitet Vorhänge, die Ein-, Aus- und Durchgänge markieren, und begegnet Schriftkunst und Poesie. Kinder haben Schmetterlinge und Blüten beigesteuert.

Androsch selbst hat in einen verlassenen Trafoturm ein mit gelbem Lehm getränktes Seil gehängt und zwei Bäumen Leben eingehaucht. Den Abschluss macht eine Station, in der zu hören ist, was sich die slowenische Philosophin Jerneja Zavec für das Radio ausgedacht hat. "Es klingt immer ein bisschen fremd und doch vertraut", verheißt die Ankündigung. "Kontemplative Sanftheit paart sich mit schrägen Perspektivwechseln."