Am 30. Juni verabschiedete sich Langzeitdirektor Herbert Föttinger mit dem Turrini Stück "Was für ein schönes Ende" von der Josefstadt. Jetzt legt dort Marie Rötzer als neue künstlerische Leiterin los. Und das gleich mit einem Paukenschlag. Regisseurin Ildikó Gáspár lässt bei ihrer ungewöhnlichen Adaption von Arthur Schnitzlers "Komödie der Verführung", die am 3. September zur Premiere kommt, auch Teile der "Csárdásfürstin“ einfließen.
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"Wir machen Livekino im Theater. Ich löse die Grenze zwischen Realität und Fiktion gern auf, denn Parallelitäten mit der Wirklichkeit sind immer reizvoll" erklärt Gáspár ihren Zugang zu Schnitzlers selten gespieltem Stück, in dem Lebenshunger und Überdruss, Humor und Verzweiflung nebeneinanderstehen und nun auch Lieder aus "Der Csárdásfürstin" und Texte aus dem Wiener Kabarett eingebunden werden. "Auch um den Moment einfangen, in dem ein Krieg im Raum steht".
Damit wird an der Josefstadt ein Bild gezeichnet, das erschreckend heutig scheint. Die "Komödie der Verführung" ergründet die eskapistische Operettenseligkeit einer Gesellschaft, unter deren glitzernder Oberfläche die Risse einer ganzen Epoche hervortreten, einer Gesellschaft kurz vor ihrem moralischen und historischen Zusammenbruch. Gáspár will damit "Schnitzler aus der Komfortzone heraus holen"