Ein kurioser Fall beschäftigt die Justiz in den USA. "Pro Silver Star", die Muttergesellschaft der legendären Dallas-Cowboys-Cheerleader (DCC), zog gegen die Emo-Rocker von "My Chemical Romance" und den Konzert-Veranstalter vor Gericht. Hintergrund war das erste von fünf Konzerten vergangene Woche im Hollywood Bowl im Rahmen ihrer großen Welt-Tournee. Dabei sind Hintergrund-Tänzerinnen aufgetreten, deren Outfits nahezu ident mit dem der Cowboys-Tänzerinnen aus den 70er-Jahren war.
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Dementsprechend reichte man ein Dokument beim Collin County in Texas ein, in dem eine einstweilige Verfügung gefordert wird. Ziel ist es, "sie daran zu hindern, die charakteristische DCC-Cheerleader-Uniform in einer Weise zu verletzen, die Verwirrung stiftet, vom jahrzehntelangen guten Ruf von Silver Star profitiert und die Marke DCC herabwürdigt."
Während des Hits "Teenagers" traten die Background-Tänzerinnen laut Klageschrift in den charakteristischen DCC-Uniformen auf. "Die Beklagten ließen keinen Zweifel daran, wer die Darstellerinnen sein sollten", hieß es weiter. Das wäre wohl noch kein Problem gewesen, der nächste Punkt der Bühnen-Show veranlasste die Verantwortlichen allerdings zum Handeln. Den Tänzerinnen sollen Gewehre in die Hand gedrückt worden sein und sie inszenierten ein blutiges Gefecht. Damit möchte man nicht in Verbindung gebracht werden.
Anhörung abgesagt
Die für kommenden Dienstag angesetzte Anhörung wurde mittlerweile zwar abgesagt, weil die beiden Parteien bereits eine Einigung erzielt haben sollen. Die Anhörung für die Unterlassungsverfügung ist allerdings noch für den 9. November geplant. Trotz der angeblichen Einigung traten die Rocker am Freitag wieder mit den Cheerleadern auf. Zuschauer bei beiden Shows sowie Online-Kommentatoren glaubten verständlicherweise, dass es sich bei den Darstellerinnen um die echten Dallas Cowboys Cheerleaders handelte, und äußerten dies in Social-Media-Beiträgen, die weiterhin kursieren", beklagt Silver Star.
Die Cheerleader heben hervor, dass sie zwar kein Problem mit der Musik von "My Chemical Romance" haben, allerdings wollen sie nicht mit der gespielten Gewalt in Verbindung gebracht werden, auch wenn es Teil der künstlerischen Freiheit sei.
Die Dallas Cowboys Cheerleaders zählen zu den international bekanntesten Cheerleading-Formationen überhaupt. Neben unzähligen Kalendern, Postern und Filmauftritten stehen sie aktuell im Zentrum der dritten Staffel der erfolgreichen Netflix-Dokumentation "America’s Sweethearts: Dallas Cowboys Cheerleaders". Erst in der vergangenen Woche feierte die Gruppe einen historischen Meilenstein: Nach jahrelangem Ringen um faire Bezahlung schlossen sich die Tänzerinnen gewerkschaftlich zusammen und wurden von den Dallas Cowboys offiziell als eigenständige Tarifpartei anerkannt.