„Warum wurde die Schließung des Technikcenters nicht klar kommuniziert?", fragt FPÖ-Agrarsprecher NAbg. Peter Schmiedlechner. "Was soll hier noch alles unter den Teppich gekehrt werden?”
Schmiedlechner nimmt die genossenschaftlichen Verantwortungsträger ins Visier. „Aufsicht heißt aufpassen und nicht wegschauen." Und weiter: "Für mich ist angesichts dieser Entwicklung der gesamte Vorstand und Aufsichtsrat rücktrittsreif. Ich fordere die Verantwortlichen auf, ihre Funktionen zurückzulegen!“
FPÖ-Schmiedlechner: Was einmal zugesperrt ist
Schmiedlechner wirft ÖVP und Bauernbund vor, Regionalität zu predigen, während Standorte und Arbeitsplätze verschwinden. „Was einmal zugesperrt ist, kommt so schnell nicht wieder!”
Auch Geschäftsführer Harald Herber und die operative Führung sollen Konsequenzen ziehen, wenn sich Managementfehler bestätigen. Zudem verlangt er, Standortergebnisse, interne Verrechnungen und Immobilienbewertungen offenzulegen. Für unvermeidbare Kündigungen fordert er einen Sozialplan mit fairen Abfertigungen.
„Die Mitarbeiter haben ihre Arbeit gemacht, die Bauern und Kunden dem Lagerhaus jahrzehntelang die Treue gehalten. Jetzt sollen ausgerechnet sie die Zeche bezahlen?”, so Schmiedlechner.
Reaktion von Thomas Handler
Am Montag gegen 16 Uhr gab es eine Replik der VPNÖ. LAbg. Hermann Hauer wird dort folgendermaßen zitiert: "Wer nur poltert und schimpft, liefert noch lange keine Lösungen für die Leute in unserer Region." Weiters: "Gerade wenn es um Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Zukunft unserer Heimat geht, braucht es Hausverstand, Sachlichkeit und konkrete Vorschläge statt lauter Rücktrittsforderungen", betont Obmann der Bezirksbauernkammer gf. GR Thomas Handler.
Ein Unternehmen müsse wirtschaftlich nachhaltig und zukunftsorientiert geführt werden, um Arbeitsplätze und Standorte langfristig abzusichern, so Handler. "Wer die Entwicklung im ländlichen Raum ernst nimmt, muss sich mit den wirtschaftlichen Herausforderungen auseinandersetzen, statt mit Polemik zusätzlich zu verunsichern", so Thomas Handler.
"Wir in der Volkspartei Niederösterreich stehen für eine ehrliche Standortpolitik und konkrete Unterstützung für unsere Betriebe. Beispielsweise setzen wir mit der 'Taskforce Wirtschaft' gezielt dort an, wo Unternehmen Unterstützung brauchen. Das bringt unseren Standort weiter – im Gegensatz zu billigen Schimpftiraden", so Hauer abschließend. Liest man die Presseaussendung genau, könnte man meinen, die VPNÖ ist lediglich auf die Art, wie etwas gesagt wird, eingegangen, aber nicht auf die Schließung des Werks in Thomasberg selbst.
VPNÖ-Hauer: "Billige Poltermethoden bringen der Buckligen Welt keinen einzigen Arbeitsplatz"
Wie oe24 berichtete, kündigte die Raiffeisen-Lagerhaus GmbH (RLG) aus Bruck an der Leitha zuletzt die Schließung der Standorte Aspang und Pernitz an. Vergangene Woche wurde dazu das gesetzlich vorgesehene AMS-Frühwarnverfahren eingeleitet. Nach Angaben der Gewerkschaft sind insgesamt mehr als 100 Beschäftigte von den geplanten Maßnahmen betroffen.