Untersuchung

NÖ-Studie: PVZ entlasten Notaufnahmen spät

© APA/HELMUT FOHRINGER
Primärversorgungszentren (PVZ) sollen Spitalsnotaufnahmen durch die ambulante Behandlung nicht dringender Fälle entlasten.
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Eine Studie unter Beteiligung der Universität für Weiterbildung Krems (UWK) zeigt am Beispiel des Universitätsklinikums Wiener Neustadt, dass dieser Effekt jedoch nicht sofort greift.

Für die Untersuchung wurden über 81.000 Fälle der Jahre 2022 bis 2025 analysiert, um die Auswirkungen einer PVZ-Eröffnung im Jänner 2024 zu bewerten. Zunächst stiegen die Fallzahlen in der dortigen Notfallambulanz sprunghaft um rund acht Patienten pro Tag an. Erst nach etwa neun Monaten glich ein rückläufiger Trend diesen anfänglichen Anstieg wieder aus.

Überlastungsproblem durch Zentren nicht lösbar

Diese Verzögerung betraf ausschließlich Fälle mit niedriger und mittlerer medizinischer Dringlichkeit, während die Zahl hochdringlicher Notfälle konstant blieb.

Bis 2028 sollen in Niederösterreich 30 PVZ entstehen. Die Studienautoren betonen jedoch, dass der bloße Ausbau der Zentren das Überlastungsproblem nicht allein lösen kann, sondern ein übergreifendes Konzept zur Patientenlenkung erfordert. Alexander Braun, Erstautor der Studie an der UWK, bilanziert treffend: "Der Ausbau der Primärversorgung ist ein wichtiger Schritt. Langfristige Entlastungseffekte entstehen jedoch vor allem dann, wenn Primärversorgung, Notfallambulanzen und die Steuerung von Patientinnen und Patienten gut aufeinander abgestimmt sind."