Eigentlich zählt Norbert Rier seit vielen Jahrzehnten zu den verlässlichsten Publikumslieblingen im gesamten deutschsprachigen Raum. Mit seinen Kastelruther Spatzen füllt der Musiker seit jeher Konzerthallen und ist ein gerngesehener Gast in zahlreichen Fernsehsendungen. Erst vor wenigen Wochen begeisterte er das Publikum in der jüngsten Staffel des beliebten Formats "Immer wieder sonntags". Doch hinter den Kulissen der bunten Glitzerwelt brodelt es gewaltig im Südtiroler Ausnahmesänger.
In einem ausführlichen Gespräch mit dem Branchenportal "Schlager.de" stellte Rier nun unmissverständlich klar, dass er großen Samstagabend-Galas wie jenen von Showmaster Florian Silbereisen mittlerweile äußerst kritisch gegenübersteht. Für den Musiker haben sich diese Großproduktionen in eine bedenkliche Richtung entwickelt, die echten Musikgenuss kaum noch zulässt.
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Besonders die einseitige Zusammenstellung der Gästelisten stößt dem Sänger sauer auf. Statt der gesamten Vielfalt der Branche eine Plattform zu bieten, regiere in den großen TV-Produktionen ein exklusiver Zirkel: "Da sind halt nur immer wieder die bestimmten Künstler dabei, die da mit in dem Boot drinnen sind", kritisierte Rier die mangelnde Abwechslung auf dem Bildschirm. Nach seiner Einschätzung nehmen mächtige Plattenlabels und einflussreiche Medienhäuser massiven Einfluss darauf, wer überhaupt noch auftreten darf.
Für viele talentierte Kolleginnen und Kollegen bedeute dieses System eine bittere Benachteiligung. Während dieselben bekannten Gesichter in Dauerschleife durch die großen Sendungen rotieren, bleibe anderen ambitionierten Künstlern der Zugang zu einem Millionenpublikum schlichtweg verwehrt. Rier fordert damit indirekt mehr Offenheit und Chancengleichheit in der Unterhaltungsbranche ein.
Reizüberflutung und Kopfschmerzen statt echter Musik
Neben der Gästepolitik bemängelt Rier vor allem die moderne Inszenierung der TV-Spektakel. Statt das musikalische Handwerk und die Stimmen in den Mittelpunkt zu rücken, setzen die Regisseure zunehmend auf monumentale LED-Wände, grelle Scheinwerferbatterien und dramatische Showeffekte. Bei all diesen Lichteffekten und der permanenten optischen Unruhe bekomme "man direkt Kopfweh", stellte der Spatzen-Chef schonungslos fest.
Ein entspanntes Genießen der Lieder sei unter diesen Bedingungen für viele Zuschauer vor den Bildschirmen kaum noch möglich. Zwar versuche er stets, gelassen zu bleiben, doch die Entwicklung des Genres lässt ihn nicht kalt: "Man sollte sich nicht ärgern, aber man schüttelt manchmal schon den Kopf." Mit seinen deutlichen Worten spricht der bodenständige Musiker vielen traditionellen Schlagerfans aus der Seele, die sich wieder mehr Authentizität im Fernsehen wünschen.