In Kroatien
Nord-Stream-Anschläge: Verdächtiger festgenommen
Die deutsche Bundesanwaltschaft ließ den Mann in Kroatien von dortigen Beamten festnehmen, wie die Karlsruher Behörde am Mittwoch mitteilte. Sie wirft dem Ukrainer das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vor. Bei den Anschlägen gab es schwere Schäden an der direkten Verbindung für russische Erdgasexporte nach Deutschland und anderswo in Europa.
Wolodymyr Z. war bereits im Herbst 2025 in Polen festgenommen worden. Die polnische Justiz lehnte den deutschen Auslieferungsantrag damals ab, der Ukrainer kam frei. Laut Bundesanwaltschaft - Deutschlands oberster Anklagebehörde - soll der Mann als ausgebildeter Taucher an den Tauchgängen in der Ostsee beteiligt gewesen sein, bei denen die Sprengsätze an den Gasleitungen platziert wurden. Für den Transport nutzten er und seine Mittäter demzufolge eine Segeljacht, die aus Rostock startete. Mit Hilfe gefälschter Ausweispapiere soll diese über Mittelsmänner bei einem deutschen Unternehmen angemietet worden sein.
Der Zugriff sei am Mittwochmorgen in der kroatischen Stadt Pula erfolgt, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Z. werde des gemeinschaftlichen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, der verfassungsfeindlichen Sabotage sowie der Zerstörung von Bauwerken verdächtigt. Der Beschuldigte solle nach einer Überstellung aus Kroatien dem Ermittlungsrichter des deutschen Bundesgerichtshofs vorgeführt werden.
Anklage gegen mutmaßlichen Komplizen in Hamburg
Mehrere Sprengungen in der Nähe der dänischen Ostseeinsel Bornholm hatten die beiden Nord-Stream-Pipelines im September 2022 so sehr beschädigt, dass kein Gas mehr durchgeleitet werden konnte. Durch Nord Stream 1 floss vorher russisches Erdgas nach Deutschland, Nord Stream 2 war noch nicht in Betrieb.
Bisher wurde für die Anschläge niemand zur Rechenschaft gezogen. Ende August 2025 konnte dann der mutmaßliche Drahtzieher der Operation, Serhij K., auf Grundlage eines Europäischen Haftbefehls an der Adria-Küste gefasst werden. Er war dort im Urlaub mit seiner Familie. Die Bundesanwaltschaft hat vor einigen Wochen Anklage gegen ihn am Hanseatischen Oberlandesgericht Hamburg erhoben.