Josef Pröll spricht

ÖFB kontert WM-Plänen der FIFA hart

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Der Fußball-Weltverband FIFA hat übereinstimmenden Berichten zufolge eine 53-Tage-Frist für die Zustimmung zum umstrittenen geplanten Investorendeal gesetzt, mit dem durch einen potenziellen Verkauf kommerzieller Rechte etwa an der WM Milliarden eingespielt werden sollen. Es gibt viel Gegenwind, auch vom ÖFB.
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Im Gegenzug für die Zustimmung habe Gianni Infantino eine Sonderzahlung versprochen. Dies berichten britische Medien, die wörtlich aus dem fünfseitigen Brief des FIFA-Präsidenten zitierten.

Der Stichtag für die Zustimmung der 211 Verbände soll demnach der 19. September sein. Konkret soll es heißen: "Sollten Sie diesen Fortschritt wünschen, steht Ihnen dieses 10-Milliarden-Dollar-Paket ab dem 1. Jänner 2027 zur Verfügung und leitet die nächste Phase unserer gemeinsamen Reise ein." Jährlich ginge es um eine Summe von 40 Mio. US-Dollar (35,19 Mio. Euro) pro Verband und damit viermal so viel wie bisher.

Josef Pröll: "Stehe Plänen ablehnend gegenüber"

Und weiter: "Sollten Sie den Status quo beibehalten und diesen Vorschlag ablehnen wollen, steht Ihnen weiterhin unsere geplante Erweiterung des Forward-Programms um 2,7 Mrd. Dollar zur Verfügung, wie bereits vorgestellt." Der Beschluss soll mit einfacher Mehrheit gefasst werden. Während der Europa-Verband (UEFA) Kritik am Vorhaben äußerte, zeigten sich die Kontinentalverbände Asiens sowie Nord- und Mittelamerikas zumindest inhaltlich offen. Beide beschwerten sich allerdings darüber, von den Plänen Infantinos vorab nicht informiert gewesen zu sein.

Die UEFA soll laut Medienberichten diese Woche ein Dringlichkeitsmeeting planen. Es sei auch ein WM-Boykott möglich, wozu es aber kein UEFA-Statement gab. Josef Pröll sieht sich auf UEFA-Linie. "Ich stehe den Plänen ablehnend gegenüber", teilte der ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzende der APA mit. "Mein Zugang geht zu 100 Prozent mit dem Statement der UEFA konform." Europas Verband ist der mächtigste Gegner der Pläne. "Damit wird eine Grenze überschritten, die die für den Fußball verantwortlichen Institutionen niemals überschreiten dürften", teilte die UEFA mit.

FIFA-Präsident winkt wichtiger Posten

Es ist nicht das erste Mal, dass Präsident Infantino aktiv einen vorher nie erlebten Ausverkauf von FIFA-Rechten plant. Im November 2018 warb der Schweizer für einen Investoren-Deal für die Vermarktungsrechte an einer neuen Club-WM mit 24 Teams sowie einer globalen Nations League mit einem Finalturnier kontinentaler Champions. Es ging um die stolze Summe von 25 Milliarden Dollar. Damals scheiterte Infantino, auch wegen des Widerstands der von Präsident Aleksander Ceferin angeführten UEFA.

Diesmal nannte die FIFA einen Erlös von etwas mehr als vier Milliarden US-Dollar (3,52 Mrd. Euro). Ein solcher Schritt hätte außerdem einen anderen Effekt: Infantino könnte nach einer weiteren Periode als Präsident ab 2031 zum Geschäftsführer des neu zu gründenden Tochterunternehmens FFE werden und so nach 15 Jahren Amtszeit weiter mächtig im FIFA-Kosmos wirken.

Konkrete Änderungen für Fans kündigte die FIFA nicht an. Einem Bericht der "Times" zufolge könnte ein solcher Deal den Druck erhöhen, das Feld einer WM weiter auszubauen oder die WM häufiger als bisher auszutragen. Hintergrund ist das Geschäftsmodell solcher Beteiligungen: Die Investoren setzen darauf, dass die Erlöse der kommerziellen Gesellschaft steigen. Wachsen Umsatz und Unternehmenswert, steigt auch der Wert ihrer Beteiligung. Mehr Spiele oder mehr Turniere könnten für höhere Einnahmen sorgen.