Umweltsorgen
Öl-Skandal am Traumstrand! Schwere Vorwürfe gegen Hotel in Kroatien
Der herrliche Urlauberstrand auf der beliebten Halbinsel Istrien musste vorübergehend komplett für den Badebetrieb gesperrt werden. Ausgelöst wurde der behördliche Einsatz durch einen extremen, penetranten Ölgestank am Strand, den ein aufmerksamer Badegast bemerkt und an das kroatische Nachrichtenportal morski.hr gemeldet hatte. Laut dessen Schilderungen soll dieser unerträgliche Geruch auffälligerweise fast "jeden zweiten Freitag" an diesem Küstenabschnitt wahrnehmbar sein.
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Vom Hotel Sipar gab es anfangs nur eine sehr knappe und ausweichende Reaktion. Man erklärte lediglich, dass wohl "irgendein Boot vorbeigefahren sei und Öl abgelassen habe". Diese rasche Ausflucht stieß bei den lokalen Aktivisten der Umweltinitiative "Zeleni Umag" (Grünes Umag) jedoch auf heftigen Widerstand und scharfe Kritik.
Video soll illegale Einleitung belegen
Die Umweltschützer von "Zeleni Umag" sprechen offen von einer bewussten Täuschung der Öffentlichkeit durch die Hotelbetreiber. Um ihre schweren Anschuldigungen zu untermauern, veröffentlichte die Initiative ein brisantes Video in den sozialen Medien. Auf den Aufnahmen ist deutlich zu sehen, wie eine trübe, fettige Flüssigkeit direkt aus einem Rohr am Strand in das kristallklare Meerwasser strömt – laut den Aktivisten handelt es sich dabei zweifelsfrei um Heizöl und Motoröl.
Der Hotelbetreiber, die namhafte Tourismusgruppe Plava Laguna, wies diese Anschuldigungen in einer offiziellen Stellungnahme entschieden zurück. Das Unternehmen betonte, dass in der gesamten Anlage weder Öl noch Heizöl als Betriebsstoffe verwendet werden:
- Hoteleigenes Kühlsystem: Bei dem gefilmten Rohr handle es sich ausschließlich um einen Teil der Kühlung, die sauberes Meerwasser ansaugt und wieder abgibt.
- Keine Verschmutzungsquelle: Laut dem Betreiber ist eine Verunreinigung durch dieses geschlossene System technisch völlig ausgeschlossen.
- Kooperation mit Behörden: Man stehe in engem Kontakt mit der Hafenkapitänerie, um den Sachverhalt rasch und lückenlos aufzuklären.
Mittlerweile hat die Hafenkapitänschaft nach ersten Untersuchungen die Freigabe erteilt, weshalb der Strand vor dem Hotel Sipar wieder für Badegäste zugänglich ist. Die genaue Herkunft des Ölfilms bleibt vorerst ungeklärt.
Dramatisches Abwasser-Problem an der Adria
Der Vorfall in Umag ist leider kein Einzelfall im beliebten Urlaubsland Kroatien. Erst heuer kam es an der istrischen Südspitze in Medulin zu behördlichen Sperren der beliebten Strände Bumbište und Centinera. Dort war nach einem folgenschweren Rohrbruch ungeklärtes Fäkal-Abwasser ungehindert in die Adria geflossen, was sogar zu Strafanzeigen wegen des dringenden Verdachts auf Umweltstraftaten führte.
Hinter diesen vermeintlichen Einzelfällen verbirgt sich ein tief sitzendes, strukturelles Infrastrukturproblem des Landes:
- Scheinbare Idylle: Zwar werden über 90 Prozent der kroatischen Badegewässer bei offiziellen Kontrollen mit Bestnoten bewertet.
- Fehlende Kläranlagen: Laut Berichten von Umweltbehörden fließen jedoch rund 80 Prozent aller Abwässer an der Adriaküste ohne biologische Reinigung direkt ins Meer.
- Saisonale Überlastung: Die veralteten Kanalisationen und Kläranlagen sind für den enormen Ansturm von Millionen Feriengästen in der sommerlichen Hochsaison schlichtweg nicht dimensioniert.
Ähnliche Krisen im gesamten Mittelmeerraum
Nicht nur Kroatien, sondern auch andere südeuropäische Destinationen kämpfen mit den Schattenseiten des Massentourismus. Auf der Mittelmeerinsel Malta mussten in der jüngeren Vergangenheit ebenfalls beliebte Strände wegen akuter Abwasserbelastung für Badegäste gesperrt werden.
Noch dramatischere Ausmaße nehmen die Probleme auf den spanischen Kanaren an. An den weltberühmten Traumstränden von Teneriffa kam es in den letzten Monaten vermehrt zu Sperren, nachdem gefährliche E.coli-Bakterien im Badewasser nachgewiesen wurden. Es bleibt abzuwarten, ob die Mittelmeerländer rechtzeitig in moderne Klärsysteme investieren, um ihre wichtigste Einnahmequelle – die unberührte Natur – langfristig zu schützen.