Schengen-Raum
Offene Grenzen? Brunner will Ende der Kontrollen
EU-Migrationskommissar Magnus Brunner (ÖVP) sieht den Zeitpunkt gekommen, die seit Jahren bestehenden Kontrollen innerhalb des Schengen-Raums zurückzufahren. Als Begründung verweist er im ZiB2-Interview am Donnerstag auf den verbesserten Schutz der EU-Außengrenzen sowie auf die neuen Asyl- und Migrationsregeln, die seit Juni gelten: "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht: Wir haben den Außengrenzschutz verbessert, wir machen Asylverfahren an den Außengrenzen und deswegen ist die Zeit für mich jetzt gekommen, dass wir uns schrittweise von diesen Binnengrenzkontrollen verabschieden." Das zeige sich auch an den aktuellen Zahlen: In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 sei die illegale Migration um 37 Prozent zurückgegangen, innerhalb von zwei Jahren sogar um 55 Prozent.
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Der EU-Kommissar betont, dass Österreich bereits damit begonnen habe, Grenzkontrollen schrittweise zurückzufahren – etwa am Grenzübergang Spielfeld. Auch Deutschland reduziere Kontrollen auf einzelnen Strecken. Einen fixen Zeitpunkt für das Ende der Maßnahmen nennt Brunner aber nicht. Entscheidend sei, dass der Schutz der Außengrenzen dauerhaft funktioniere und das neue EU-Asylsystem seine Wirkung entfalte. Ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich oder Deutschland schließt er derzeit aus. Stattdessen will er zunächst die weitere Entwicklung abwarten.
Im neuen Asyl- und Migrationspakt sieht Brunner die Grundlage dafür, den freien Personen- und Warenverkehr in Europa wieder vollständig herzustellen. Zwar räumt er ein, dass die Umsetzung noch Zeit brauche und nicht alles sofort reibungslos funktioniere. Sein Ziel bleibt jedoch klar: Wenn die Mitgliedstaaten ihre Aufgaben erfüllen und die Migrationszahlen weiter sinken, sollen die Binnengrenzkontrollen Schritt für Schritt der Vergangenheit angehören.