Um 8.200 Euro
Ohne Besichtigung: Student kauft 400 Jahre altes Haus
Ein Haus in Italien für gerade einmal 8200 Euro – diesen Traum hat sich der Tscheche Jakub bereits mit 20 Jahren erfüllt. Das Besondere: Bevor er den Kaufvertrag unterschrieb, hatte er die rund 400 Jahre alte Steinhaus-Ruine in den Abruzzen noch nie persönlich gesehen.
Lediglich anhand von Fotos entschied sich der Student für den Kauf und überwies zunächst eine Anzahlung von 2500 Euro. Erst danach reiste er nach Italien, um die Immobilie erstmals zu besichtigen und den Vertrag beim Notar zu unterzeichnen.
Aus der heruntergekommenen Ruine wurde in den folgenden Jahren Schritt für Schritt ein bewohnbares Ferienhaus. Den Umbau dokumentierte Jakub auf seinem Instagram-Account "Casa dei Fichi". Heute verbringt er dort regelmäßig Wochenenden mit seiner Familie und Freunden. Inzwischen lebt die Familie dauerhaft an der Adriaküste der Region und besitzt dort zusätzlich eine Wohnung.
Der Fall zeigt, warum günstige Immobilien in Italien seit Jahren internationale Käufer anlocken. Bekannt wurden vor allem die sogenannten Ein-Euro-Häuser, mit denen zahlreiche Gemeinden verlassene Ortskerne wiederbeleben wollen. Doch der symbolische Kaufpreis ist meist nur der Anfang: Käufer verpflichten sich, die Gebäude innerhalb einer bestimmten Frist umfassend zu sanieren und sämtliche Renovierungs-, Steuer- und Nebenkosten selbst zu tragen.
Jakub sieht den Hype um die Billig-Immobilien deshalb kritisch. Seiner Meinung nach seien die Ein-Euro-Häuser ein geschickter Werbecoup, bei dem häufig verschwiegen werde, wie hoch die tatsächlichen Kosten nach dem Kauf ausfallen können. Sein eigenes Haus war zwar günstig, erforderte jedoch ebenfalls viel Zeit, Arbeit und zusätzliche Investitionen, bevor es bewohnbar wurde.