Wucher-Preise
Oktoberfest: Mini-Zimmer kosten bis zu 999 Euro
Münchner Hoteliers nutzen während der Wiesn hochtechnisierte Buchungssysteme für eine maximale Preisausschöpfung. Dies führt dazu, dass Gäste selbst für kleinste Einzelzimmer Spitzenpreise von bis zu 999 Euro pro Nacht zahlen. Ein Branchenexperte schilderte das Beispiel einer Unterkunft in der Größe einer Besenkammer, die wegen Auflagen aus Kontingentverträgen zum Höchstpreis angeboten und trotz der 999 Euro gebucht wurde. Bei Spontanbuchungen nach dem Zeltbesuch sinkt die Preissensibilität vieler Besucher erheblich.
Automatische Anpassung der Preise
Die Preisbildung erfolgt in den Beherbergungsbetrieben weitgehend automatisiert. Moderne Buchungssysteme und KI-gestützte Software analysieren historische Buchungsdaten, vergleichen Auslastungsquoten aus den Vorjahren mit aktuellen Trends und passen die Preise in Echtzeit an. Je näher der Termin rückt und je knapper die Kapazitäten werden, desto steiler entwickelt sich die Preiskurve nach oben. Die Oktoberfestzeit gilt für Betreiber als essenzielle Phase, um unprofitable Monate im restlichen Jahr wirtschaftlich auszugleichen.
Risiko durch gezielte Überbuchungen
Da ein ungenutztes Zimmer den größten Ertragsverlust darstellt, versuchen Revenue-Manager die Tarife bis zum letztmöglichen Zeitpunkt zu maximieren. Teilweise setzen Hotels auf gezielte Überbuchungen, um Stornierungen abzufangen. Da die Stadt während des Festes jedoch nahezu vollständig ausgebucht ist, führt dieses Vorgehen im Falle vollständig anreisender Gäste zu erheblichen Engpässen bei Ersatzunterkünften.
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Steigerung der Preise im Vergleich
Die Preisaufschläge treffen Besucher in allen Hotelkategorien, fallen jedoch unterschiedlich stark aus. Selbst beim Haus mit dem geringsten Preisanstieg in einer Auswertung von "ab-in-den-urlaub.de" liegt das Plus bei knapp 29 Prozent gegenüber der normalen Buchungslage. Über alle untersuchten Häuser hinweg beträgt die durchschnittliche Verteuerung 249,4 Prozent.