Fake-Bewertungen

Online-Betrug: SO werden Kunden hinters Licht geführt

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Ob beim Kauf von Elektronik, Kleidung oder Haushaltsgeräten: Viele Kunden verlassen sich auf Online-Bewertungen. Doch genau dieses Vertrauen wird offenbar gezielt ausgenutzt.
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In einer neuen ZDF-Reportage behauptet ein anonymer Insider, weltweit rund 400.000 Menschen würden in seinem Auftrag Produkte kaufen und anschließend gefälschte Rezensionen verfassen.

Echte Käufer, falsche Bewertungen

In der ZDF-Reportage "Die Tricks der Onlinehändler – mit Pia Osterhaus" geht es um Methoden, mit denen Händler ihre Produkte im Internet besser dastehen lassen. Der Handels- und Digitalexperte Alexander Graf bringt die Bedeutung der Rezensionen auf den Punkt: "Ohne Bewertung verkauft sich nichts."

Ein anonymer Insider erklärt gegenüber dem ZDF, dass hinter vielen gefälschten Rezensionen nicht einfach KI-Texte oder Chatbots stecken würden. Stattdessen würden echte Menschen die Waren bestellen und anschließend bewerten. Denn auf vielen Plattformen ist eine Rezension an einen tatsächlichen Kauf gebunden.

Der Insider behauptet, dass weltweit rund 400.000 Menschen in seinem Auftrag Produkte kaufen und diese im Sinne seiner Kunden bewerten. Die Rezensionen wirken dadurch auf den ersten Blick glaubwürdig – obwohl sie nicht unbedingt die tatsächliche Meinung der Käufer widerspiegeln.

Warum Fake-Rezensionen so schwer zu erkennen sind

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Die Manipulation ist aufwendig, aber offenbar wirkungsvoll. Wenn echte Menschen Produkte bestellen und anschließend Bewertungen abgeben, lassen sich die Rezensionen schwerer als Fälschungen identifizieren.

Große Onlinehandels-Plattformen verweisen laut der Reportage auf technische Systeme, künstliche Intelligenz und externe Dienstleister, mit denen sie gegen manipulierte Bewertungen vorgehen. Amazon betont in einer Stellungnahme zudem die Möglichkeit rechtlicher Schritte gegen Anbieter gefälschter Rezensionen.

Yasmin Merz, Professorin für digitales Marketing, sieht dennoch Probleme bei der Bekämpfung. Ihrer Einschätzung nach bleiben weiterhin gefälschte Bewertungen online, weil sie schwer nachzuweisen sind und Bewertungen für den Handel eine wichtige Rolle spielen.

Ewige Rabatt-Countdowns als nächste Masche

Die Reportage zeigt auch eine weitere Methode, mit der Kunden zum Kauf gedrängt werden sollen: Rabatt-Countdowns, die scheinbar nur noch wenige Sekunden laufen.

Ein IT-Experte, der Onlineshops programmiert, erklärt, dass manche dieser Timer nach dem Neuladen einer Seite wieder von vorne beginnen. Der Countdown soll damit einen zeitlich begrenzten Rabatt vortäuschen, obwohl der vermeintliche Zeitdruck gar nicht echt ist.

Auf die Frage der Reporterin, ob das eine Lüge sei, bestätigt der Experte die Täuschung. Er erklärt außerdem, dass er Kunden von solchen Methoden abrate. Wenn ein Auftraggeber sie dennoch wünsche, werde der Wunsch mitunter umgesetzt.

Das ZDF-Team konfrontierte mehrere Anbieter mit den entdeckten Countdown-Tricks. Laut der Reportage erhielt die Redaktion auf ihre Anfragen keine Antworten.

Reportage läuft am Dienstag im ZDF

Die Dokumentation "Die Tricks der Onlinehändler – mit Pia Osterhaus" ist am Dienstag, dem 13. Oktober, um 20.15 Uhr im ZDF zu sehen. Sie steht außerdem vorab in der ZDF-Mediathek zur Verfügung.