Neues Projekt

Online-Spiel soll toxische Männlichkeit stoppen

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Eine spielerische Plattform soll helfen, problematische Rollenbilder und Gewalt frühzeitig abzubauen.
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Frauenfeindlichkeit und toxische Rollenbilder verankern sich bereits früh im Denken. Über soziale Medien verbreitet die sogenannte "Mannosphäre" als antifeministisches Netzwerk ihre fragwürdigen Botschaften und erreicht damit Millionen junger Menschen. Dabei werden oft Werte propagiert, die als typisch männlich gelten und sich in aggressivem Verhalten äußern. Die Folgen sind für Frauen oft dramatisch: In Österreich hat jede Dritte bereits körperliche oder sexualisierte Gewalt erlebt.

Neue Plattform hilft Burschen

Das von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) finanzierte und vom Portal Erdbeerwoche geleitete Projekt "We shape Masculinity" will laut "Futurezone" toxische Vorstellungen abbauen. Dafür entsteht ein digitales Projekt für junge Männer, das soziale sowie emotionale Kompetenzen und ein verantwortungsvolles Männerbild stärken soll. Erdbeerwoche-Gründerin Bettina Steinbrugger betont: "Wir möchten die Plattform möglichst spielerisch gestalten." Es wird eine browserbasierte Web-Applikation geben, die sich für die Jugendlichen ausdrücklich nicht wie eine klassische Bildungsplattform anfühlen soll.

Männlichkeit ohne Frauenhass und Gewalt

Stattdessen setzt man auf interaktive Videos und Vorbilder. Zentrales Element ist ein Mix aus verschiedenen kurzen Spielen. Darin durchlaufen die Teenager alltagsnahe Situationen, treffen Entscheidungen und erleben unmittelbar die Konsequenzen ihres Verhaltens. Für ihre Spielfortschritte erhalten sie zudem Punkte.

Ein wichtiges Format ist der Perspektivwechsel: Die Spieler schlüpfen in die Rolle eines Mädchens und erleben Situationen wie ungefragtes Ansprechen oder Bedrängen aus deren Sicht. "Auf diese Weise wollen wir Verständnis und Empathie fördern", erklärt Steinbrugger. Die Jugendlichen sollen nachvollziehen können, warum die Verantwortung für Grenzüberschreitungen spürbar nicht bei der betroffenen Person liegt.

Kein pauschales Abwerten

Die Plattform thematisiert verschiedene Männerbilder mit ihren positiven wie problematischen Seiten. Es geht nicht darum, bestimmte Vorstellungen pauschal abzuwerten, sondern die Konsequenzen aufzuzeigen. Die Teenager sollen verstehen, dass Männlichkeit vielfältig gelebt werden kann. Steinbrugger stellt abschließend klar: "Gewalt ist davon unabhängig aber nicht akzeptabel."