Während bei Piloten und Crew in den Boxen Ratlosigkeit über die lange Startverzögerung herrschte, brachte es ServusTV-Experte Christian Klien auf den Punkt: "Die Situation zeigt, dass das ganze Technik-Tamtam zu viel des Guten ist ...".
Was war passiert? Nach dem Regen und der abgebrochenen ersten Formationsrunde hatten massive Software-Probleme die Formel 1 in Malaysia lahmgelegt. Rekordweltmeister Lewis Hamilton, Sieger von 106 GP-Rennen (bei 396 Starts), stand vor einer völlig neuen Situation: "Ich musste auf der Strecke stehenbleiben, das Auto abstellen und neu starten, was ich noch nie gemacht habe." Sieger Max Verstappen spottete: "Es war wie bei einem Legorennen."
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Bei der FIA bemüht man sich, die Panne aufzuarbeiten und schlüssige Erklärungen zu finden. Das Problem heißt es, sei bei Testfahrten "noch nie aufgetreten." Die massiven Regenfälle vor dem Start hatten die neuen Motoren an ihre Grenzen gebracht. Die Online-Plattform motorsport-magazin.com spricht von einem "Bug in der FIA-Software," die die Autos bei den gefährlich-rutschigen Bedingungen leichter kontrollierbarer machen sollte.
Dass es im Regenchaos von Malaysia soweit kommen konnte liegt offenbar auch am größtenteils schönen Wetter während der bisherigen Formel-1-Saison. "Wir waren nicht in der Lage, die Software ausreichend zu testen, wie wir es gern getan hätten", erklärt der FIA-Technikverantwortliche Nikolas Tombazis. "In diesem Jahr sind wir nur wenig im Regen gefahren." Kritik am Zuviel an Technik meint Tombazis: "Die Autos sind kompliziert, weil Elektro und Verbrenner zusammenarbeiten." Zudem wolle man sicherstellen, dass die sportliche Fairness zwischen den Teams gewahrt bleibt. Tombazis: "Es wäre uns auch lieber, wenn es einfacher wäre. Aber wenn man so viel elektrische Energie hat, macht es das kompliziert."
2030: Rückkehr zu V8-Verbrennermotoren
Hoffnung auf Besserung macht die Aussicht auf die nächste geplante Reglement-Revolution: 2030 soll die Formel 1 zu V8-Verbrennermotoren zurückkehren - mit einem kleinen Hybrid-Anteil als "Feigenblatt".