Personal-Aufstand

Plachutta-Eklat im Café Engländer: Alle Mitarbeiter wollen gehen

Im traditionsreichen Café Engländer in der Wiener Innenstadt sorgt ein Streit zwischen dem neuen Miteigentümer Mario Plachutta und Mitarbeitern für Aufregung. 
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Das Café Engländer hat turbulente Monate hinter sich. Nach dem Tod des langjährigen Betreibers Christian Wukonigg und der Insolvenz der Betreibergesellschaft übernahmen Mario Plachutta und die Familie Friese im September den Zuschlag für das Kultlokal.

Nun droht bereits der nächste Konflikt.

Mitarbeiter sollen über einen Abgang nachdenken

Wie der KURIER berichtet, soll Plachutta am Montag während des laufenden Mittagsgeschäfts im Lokal gewesen sein. Dabei sei es zu einem lautstarken Streit mit Mitarbeitern gekommen. Gäste sollen den Vorfall mitbekommen haben.

Die Belegschaft zeigt sich dem Bericht zufolge empört. Mehr als 20 Mitarbeiter sollen sogar darüber nachdenken, das Café geschlossen zu verlassen. Gegenüber dem KURIER wird die Stimmung mit deutlichen Worten beschrieben: Man wolle nicht unter jemandem arbeiten, der so mit den Mitarbeitern umgehe.

Viele Beschäftigte sind seit Jahren im Engländer tätig, einige davon bereits seit rund 20 Jahren. Nach dem Tod des bisherigen Chefs hatten sie den Betrieb dem Bericht zufolge sogar weitergeführt, obwohl über Monate Gehälter ausständig gewesen sein sollen.

Plachutta lässt Vorwürfe zurückweisen

Plachutta selbst wollte sich nicht zu den Anschuldigungen äußern. Sein Anwalt Georg Röhsner weist die Darstellung allerdings entschieden zurück.

Es habe lediglich eine Begehung der Räumlichkeiten mit Mitarbeitern und Fachplanern gegeben. Eine Diskussion vor Gästen – weder an der Bar noch im Schanigarten – habe dabei nicht stattgefunden.

Ein Gespräch mit dem Restaurantleiter habe es lediglich im Hinterhof gegeben. Dabei sei auf den schlechten Zustand des Lagers hingewiesen worden. Auch die Behauptung, Plachutta habe mit einer Kündigung der gesamten Belegschaft gedroht, sei laut seinem Anwalt falsch.

Mitarbeiter bleiben bei ihren Vorwürfen

Mit dem Dementi konfrontiert, halten die betroffenen Mitarbeiter laut KURIER an ihrer Darstellung fest. Damit stehen derzeit zwei unterschiedliche Schilderungen des Vorfalls gegenüber.

Für das Café Engländer kommt der Streit zu einem besonders heiklen Zeitpunkt. Das Lokal gilt seit Jahrzehnten als Wiener Institution und wird von einer treuen Stammkundschaft aus Kultur, Wirtschaft und Medien besucht.

Plachutta und Friese hatten bereits 2025 gemeinsam das ebenfalls traditionsreiche Café Bräunerhof übernommen. Der Konflikt im Engländer könnte nun zum ersten großen Belastungstest für die neue Eigentümerstruktur werden.