Frankreich-Krawalle
Plünderer verscherbeln Luxus-Artikel jetzt auf Vinted
Gestohlene Designertaschen, teure Parfums und hochwertige Kosmetik tauchen nach den gewalttätigen Ausschreitungen in Frankreich offenbar auf Online-Plattformen wieder auf. Auf dem Second-Hand-Portal Vinted werden mutmaßlich bei Plünderungen erbeutete Luxusartikel teilweise zu auffallend niedrigen Preisen angeboten. Das Unternehmen kündigte an, gegen solche Inserate und die verantwortlichen Nutzer vorzugehen.
Auch interessant
Online verscherbelt
In sozialen Netzwerken verbreiten sich Videos, die vermummte Personen beim Ausräumen von Luxusgeschäften zeigen. Auch Screenshots verdächtiger Verkaufsanzeigen sorgen für Aufsehen. Ein Inserat mit dem Titel "Make-up 17. Oktober" zeigt beispielsweise drei prall gefüllte Sephora-Taschen mit Kosmetikprodukten. Der Preis beträgt lediglich 15 Euro, obwohl die Waren möglicherweise mehrere hundert Euro wert sind.
Vinted betonte, Verstöße gegen die Plattformregeln nicht zu dulden. "Wenn gegen unsere Regeln verstoßen wird, gehen wir gegen die betroffenen Kunden vor", erklärte ein Sprecher gegenüber dem Ö1-Morgenjournal. In schweren Fällen könnten Nutzer dauerhaft gesperrt werden. Das Unternehmen arbeite daran, mutmaßlich gestohlene Artikel zu identifizieren und von der Plattform zu entfernen.
Ausschreitungen in mehreren französischen Städten
Hintergrund sind gewaltsame Unruhen, die am Wochenende in mehreren französischen Städten eskalierten. Studentenproteste gegen die hohen Lebenshaltungskosten entwickelten sich zu Ausschreitungen, bei denen Geschäfte aufgebrochen und Waren geplündert wurden. Besonders am Samstag kam es wiederholt zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Mehr als 2000 Menschen wurden festgenommen.
Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu kündigte ein konsequentes Vorgehen gegen die Verantwortlichen an. Allein in Paris sollen rund 200 Mitarbeiter Videos aus sozialen Netzwerken auswerten, um Tatverdächtige zu identifizieren. Lecornu bezeichnete die Ermittlungen als "massive Justizoperation".
Die Behörden reagierten auf die Eskalation zudem mit Ausgangssperren in mehreren Städten. Auch das französische Innenministerium riet angesichts der angespannten Lage zu besonderer Vorsicht. Die Plünderungen werfen nun zusätzliche Fragen auf: Neben der strafrechtlichen Verfolgung der Täter müssen Händler und Online-Plattformen versuchen, den Weiterverkauf mutmaßlicher Beute zu unterbinden.