"I bi halt abghaua"

Polizei jagt 12-jährigen E-Scooter-Fahrer

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Eine spektakuläre Verfolgungsjagd auf einen 12-jährigen E-Scooter-Fahrer sorgt im liechtensteinischen Mauren für heftige Diskussionen. Nach einem Sturz des Kindes steht die Polizei in der Kritik.
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Dienstagabend verwandelte sich das sonst so ruhige Dörfchen Mauren im Fürstentum Liechtenstein in eine regelrechte Action-Zone, was auch hier bei einigen für ungläubiges Kopfschütteln sorgt. Die Landespolizei verfolgte mit einem Streifenwagen einen erst 12-jährigen Buben, der auf einem E-Scooter unterwegs war. Das Video dieser dramatischen Szenen zeigt, wie dicht das Polizeiauto neben dem Zweirad herfährt, bis das Kind schließlich zu Fall kommt. Der Grund für den extremen Einsatz: Der Roller ist erst ab 14 Jahren zugelassen. Am Donnerstag präsentierte sich der Ort zwar wieder gewohnt verschlafen, doch die Stimmung kocht nach wie vor hoch.

Wilde Fahrt über Fußwege und Felder

Die Aufnahmen werfen massive Fragen zur Verhältnismäßigkeit des Einsatzes auf. Mit eingeschaltetem Martinshorn jagten die zwei jungen, noch unerfahrenen Beamten dem Buben in einer verkehrsberuhigten 30er-Zone hinterher. Zeugen berichten, dass die Polizisten rücksichtslos über abgesperrte Spazierwege bretterten und sogar quer über ein Feld fuhren, um zu wenden. Anwohner im Familienquartier bekamen es mit der Angst zu tun und schrien den Gesetzeshütern lautstark "Hört auf! Hört auf!" entgegen. Ob das Auto den Roller touchierte oder ein Beamter das Kind aus dem Fenster heraus packte, ist noch unklar. Nach dem Crash rückte eine zweite Streife an, die sogar die eigenen Kollegen vor Ort vernahm.

Mutter spricht nach dem Schock

Der Bub zeigte sich im Gespräch einsichtig und gab zu: "I bi halt abghaua." Seine Mutter, die sich gemeinsam mit ihm auf dem Weg zur Polizei für eine Aussprache befand, kritisierte vor allem die harte Methode: "Dass das Trotti (E-Scooter) erst ab 14 ist und dass er nicht hätte davonfahren dürfen, ist völlig klar. Aber die Art und Weise, wie sie ihn gestoppt haben. Ja, da haben wir Glück gehabt!"

Im Dorf wird die Aktion heiß diskutiert, auch wenn aus Angst, weil jeder jeden kennt, niemand sein Gesicht in eine Kamera halten will. Während einige Bewohner vermuten, das Gefährt sei aufgemotzt und mit 50 Sachen unterwegs gewesen, finden andere das Vorgehen der Beamten einfach nur komplett übertrieben. Die Landespolizei schweigt bisher zu den Details und verweist auf die laufenden Ermittlungen.