Tschetschenen-Boss

Putins Bluthund ist todkrank

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Tschetscheniens Herrscher Ramsan Kadyrow ist laut Berichten todkrank. Für Putin droht ein Chaos.

Der tschetschenische Machthaber soll schwer krank sein, was für Russlands Präsidenten Wladimir Putin ein massives und ungewolltes Problem schafft.

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Für den langjährigen Statthalter im Kaukasus gibt es nämlich bislang absolut keinen geeigneten Nachfolger. Der Staatschef selbst favorisiert wohl seinen eigenen Sohn Adam für das Amt. Dieser ist allerdings erst 18 Jahre alt und damit eigentlich noch viel zu jung für eine geregelte Machtübernahme, da laut der Verfassung der Teilrepublik ein Mindestalter von 30 Jahren vorgeschrieben ist. Das hielt das tschetschenische Oberhaupt Ramsan Kadyrow jedoch keineswegs davon ab, seinen Sprössling zum Kopf des nationalen Sicherheitsrates zu ernennen. Auch dessen Schwestern bekamen bereits wichtige Posten in der Regierung dieses Staates im Staate zugeteilt.

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Kadyrows Erben stehen bereit

Experten sehen diese personellen Schachzüge als klaren Versuch, die Nachfolge eigenständig im Sinne der Familie zu regeln. Zudem soll der Herrscher gezielt Hochzeiten seiner eigenen Kinder mit einflussreichen Clanfamilien in der Kaukasusrepublik arrangiert haben, um seine Macht nachhaltig abzusichern. Das könnte auch bitter nötig sein, denn die Anzeichen für seine schweren gesundheitlichen Probleme verdichten sich zunehmend. Er tritt immer seltener in der Öffentlichkeit auf. Im vergangenen Dezember berichtete die russische Oppositionszeitung "Nowaja Gaseta", dass der tschetschenische Führer in eine Klinik nach Moskau eingeliefert worden sei. Der ukrainische Geheimdienst vermeldete kurz darauf sogar, dass die Nieren des Machthabers komplett versagt hätten.

Viele Feinde für Kadyrow

In seiner bereits 22 Jahre währenden, harten Herrschaft hat sich Ramsan Kadyrow extrem viele Feinde gemacht, wie der US-Journalist Christian Caryl im Magazin "Foreign Policy" erklärt. In der clanbasierten Gesellschaft des Kaukasus würden demnach viele Rivalen nur darauf warten, endlich Rache zu nehmen. Ein neuer, offener Konflikt in Tschetschenien wäre für Putins Herrschaft im Kreml ein absolutes Worst-Case-Szenario. Moskau benötigt den harten Mann in Grosny dringend, da er aus russischer Sicht eine relative Stabilität garantiert. Im Gegenzug gewährt der Kreml ihm enorme Freiheiten, die kein anderer Regionalführer in Russland besitzt: eine eigene Polizei, eine nur auf ihn eingeschworene Privatarmee sowie eigene Gesetze. So ist im muslimischen Tschetschenien sogar die Vielehe erlaubt, obwohl Putin sonst ein rein christliches Bild Russlands vermittelt. Dafür erledigt der Verbündete treu die Drecksarbeit für den Kreml.

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Ukraine nutzt Kadyrows Schwäche

Doch auch Russlands andauernder Krieg gegen die Ukraine könnte die schwelenden Probleme in der Kaukasus-Republik jetzt wieder völlig offen ausbrechen lassen. Die Ukraine zeigt mit ihren Angriffen auf Moskau, St. Petersburg und massiven Schlägen gegen das russische Militär deutlich, dass Putins Streitmacht verwundbar ist. Zudem unterstützt Kiew gezielt jene tschetschenischen Kräfte, die sich aktiv für eine vollständige Unabhängigkeit von Russland einsetzen. Die ukrainische Führung würde einen bewaffneten Konflikt in der Region begrüßen, um Russland von innen heraus zu destabilisieren. Es besteht die große Hoffnung, dass Putin, der seine Präsidentschaft einst mit einem erneuten Krieg gegen die abtrünnige Kaukasus-Republik begann, seine Macht über einen neuen Tschetschenien-Krieg endgültig verliert.