Sprit-Krise

Putins Tanker machen kehrt: Trumps Diesel-Deal droht zu platzen

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Ausgerechnet Putin sollte Trump bei der Diesel-Krise helfen. Doch jetzt nehmen russische Tanker plötzlich Kurs auf andere Länder. Nach dem Wahlsieg der Demokraten wächst der Widerstand gegen das umstrittene Geschäft.
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Es sollte Donald Trump ausgerechnet mit russischem Treibstoff aus der Patsche helfen: Wegen der hohen Dieselpreise wollte der US-Präsident Hunderttausende Tonnen Sprit aus Russland importieren. Doch der Deal mit Kremlchef Wladimir Putin bekommt massive Probleme. Zwei Tanker haben ihren Kurs geändert und steuern die USA vorerst nicht mehr an.

Russische Tanker drehen plötzlich ab

Wie der Schiffsdatendienst Kpler berichtet, schrecken amerikanische Käufer zunehmend vor russischem Diesel zurück. Der Grund sind mögliche rechtliche Konsequenzen. Zwei der ersten drei Tanker, die Treibstoff in die USA bringen sollten, haben ihre ursprünglichen Ziele geändert.

Die "Talisman" hatte zunächst die amerikanische Atlantikküste angegeben, änderte ihre Zielmeldung Anfang November jedoch auf "For Order" und fuhr anschließend ins Mittelmeer. Auch die "Leruo", die unter der Flagge Sierra Leones fährt, nahm eine andere Route. Statt der US-Ostküste meldete sie plötzlich Brasilien als Ziel.

Trump öffnete Putin die Tür

Der umstrittene Deal geht auf den Krieg der USA gegen den Iran zurück. Die Kämpfe haben den internationalen Ölhandel schwer getroffen. Raffinerien im Nahen Osten fielen aus, Transporte durch die Straße von Hormus wurden gefährlicher. Besonders knapp wurde Diesel, der für Lastwagen, Landwirtschaft, Baumaschinen und Industrie unverzichtbar ist.

In den USA sanken die Dieselvorräte laut "Financial Times" auf weniger als 100 Millionen Barrel – den niedrigsten Stand seit mehr als 20 Jahren. Anfang November kostete eine Gallone Diesel durchschnittlich rund 6,29 Dollar.

Der umstrittene Deal geht auf den Krieg der USA gegen den Iran zurück. © Getty Images

Trump suchte deshalb eine schnelle Lösung und verkündete am 9. Oktober nach einem Gespräch mit Putin eine Vereinbarung. Russland sollte zunächst 300.000 Tonnen Diesel bereitstellen, im November weitere 500.000 Tonnen und danach eine Million Tonnen.

Sondergenehmigung sorgt für Streit

Damit öffnete Washington ausgerechnet für russischen Treibstoff eine Ausnahme. Das US-Finanzministerium erteilte am 9. Oktober die sogenannte General License 135. Sie erlaubt bestimmte Geschäfte mit russischem Diesel bis zum 7. April 2027.

Doch die rechtliche Grundlage ist umstritten. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine sind Öl und Ölprodukte aus Russland in den USA grundsätzlich verboten. Ob die Ausnahme mit dem entsprechenden Gesetz aus dem Jahr 2022 vereinbar ist, wird infrage gestellt.

Demokraten erhöhen den Druck

Der Widerstand gegen Trumps Plan wurde bereits vor den Kongresswahlen deutlich. Der demokratische Senator Richard Blumenthal warnte den Betreiber eines der Tanker in einem Schreiben vor möglichen rechtlichen Folgen. Auch die Gouverneurin von New Jersey, Mikie Sherrill, forderte Hafenbetreiber und Ölterminals auf, russische Lieferungen zurückzuweisen.

Unternehmen, die sich an einem illegalen Handel mit russischem Treibstoff beteiligen, müssten mit empfindlichen Strafen rechnen. Für Händler ist das ein erhebliches Risiko: Schon die Aussicht auf Ermittlungen kann das Geschäft unrentabel machen.

Nach dem Wahlsieg der Demokraten bei den Midterms verschärft sich Trumps Lage zusätzlich. Sie gewannen die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses. Ab Jänner 2027 können sie Untersuchungsausschüsse kontrollieren, Regierungsvertreter vorladen und die rechtlichen Grundlagen des Deals überprüfen.

Auch Putin hat ein Diesel-Problem

Für den Kreml kommt erschwerend hinzu, dass ukrainische Drohnen erneut russische Raffinerien angreifen. Nach Informationen von Reuters wurden zuletzt Anlagen in Jaroslawl und möglicherweise auch in Rjasan getroffen. Die Angriffe beeinträchtigen Russlands Möglichkeiten, Diesel herzustellen und zu exportieren.

Ganz verloren ist das Geschäft für Moskau allerdings noch nicht. Russland verkauft Diesel seit dem europäischen Embargo vor allem an die Türkei, Brasilien und afrikanische Staaten. Auch die umgeleiteten Tanker könnten dort Abnehmer finden.

Einige Schiffe sind zudem weiterhin Richtung USA unterwegs. Die "Agioi Fanendes" hat rund 40.000 Tonnen Diesel geladen, auch die "Beast" fährt noch über den Atlantik. Bei beiden ist allerdings unklar, ob sie tatsächlich in den USA entladen werden.

Für Trump wird der Deal damit zum politischen und wirtschaftlichen Drahtseilakt. Ob er seine Vereinbarung mit Putin trotz des wachsenden Widerstands durchsetzen kann, ist offen.